Fachkräftemangel in der Pflegebereich: Eine Chance für Christa Donath

Betreuerin für den Alltag

Neuer Beruf: Christa Donath (Mitte) bildete sich parallel zu ihrem Job im Pflegeheim zur Betreuungsassistentin fort, hier beschäftigt sie sich mit einer Gruppe. Foto: Grede

Neukirchen. Christa Donath nutzte in den vergangenen fünf Jahren Chancen. Für die Rommershäuserin bedeutete das nicht nur den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt, sondern gleichzeitig auch Aus- und Weiterbildung. Sie hat gerade ihre Ausbildung zur Betreuungsassistentin abgeschlossen. Dabei profitierte sie nicht nur von dem akuten Fachkräftemangel im pflegerischen Bereich, sie nutzte auch eine Weiterbildungsinitiative der Agentur für Arbeit.

Parallel zu ihrer Beschäftigung im Pflegeheim der PTR-Bischoff GmbH in Neukirchen drückte sie noch einmal die Schulbank und kann nun neben der Qualifaktion als Schwesterhelferin eine weitere vorweisen, die durchaus ihr Arbeitsbild verändert hat. Vorher sei sie überwiegend im pflegerischen Bereich tätig gewesen, erklärt die 54-Jährige. Jetzt ist sie im Pflegeheim Bischoff Alltags- und Lebensbegleiterin von an Demenz erkrankten Menschen.

Der Anspruch an die Pflegefachkräfte hat sich gewandelt, immer mehr Menschen sind inzwischen hochgradig pflegebedürftig. So machte sich die Weiterbildung von Mitarbeitern wie Christa Donath auch für ihren Arbeitgeber bezahlt. „Frau Donath hatte die Eignung, aber nicht den Beruf. Das hat sich nun geändert“, sagt Alexandra Trümner, Geschäftsführerin der PTR Bischoff GmbH. Für den Betrieb biete sich somit ein zusätzliches Angebot zu dem geforderten Stellenschlüssel. „Mit Christa Donath haben wir jetzt viereinhalb Mitarbeiter mehr, die sich um die Alltagsgeschäfte unserer Patienten kümmern“, erklärt Matthias Trümner, ebenfalls Geschäftsführer der Bischoff Pflege- und Therapieeinrichtung.

Fachkräfte seien im Schwälmer Land insbesondere im sozial-pflegerischen Bereich gesucht, erklärt Ulrich Schmittdiel, Leiter der Schwalmstädter Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit. Im vergangenen Monat waren hier immerhin 25 offene Stellen gemeldet gewesen. Und angesichts der demografischen Veränderungen sei dies eine Tendenz, die sich fortsetzen werde, ist Schmittdiel überzeugt. „Um den Bedarf zu decken, müsste schon heute jeder dritte Auszubildende einen pflegerischen Beruf ergreifen.“

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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