Ausbildungsquote liegt in der Schwalm über dem hessischen Durchschnitt – Es wurden deutlich mehr Stellen gemeldet

Betriebe setzen auf den Nachwuchs

+
Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuk: Jonas Kasch macht eine Ausbildung bei der Firma Horn und Bauer in Treysa. Er ist im zweiten Lehrjahr.

Schwalm. Die Bilanz des Ausbildungsjahres 2010/11 fällt in der Schwalm positiv aus: 521 junge Menschen haben sich im Bezirk der Schwälmer Arbeitsagentur im vergangenen Ausbildungsjahr für eine Ausbildung gemeldet.

„Das waren 45 oder 9,5 Prozent mehr als noch vor einem Jahr“, erläutert Geschäftsstellenleiter Ulrich Schmittdiel. Auch Volker Breustedt, Leiter der Agentur für Arbeit Marburg, schätzt es positiv ein, dass sich so viele Jugendliche registrieren ließen. Das liege unter anderem daran, dass Berufsberater schon lange vor dem Schulende das Gespräch mit den Jugendlichen suchten.

• Am Ende des Ausbildungsjahres 2010/11 waren es nur 12 Bewerber, die noch keinen beruflichen Ausbildungsstart geschafft haben. Außerdem konnten gegenüber dem Vorjahr 29 Prozent mehr junge Leute in einer ungeförderte Ausbildung Fuß fassen. Insgesamt stieg die Zahl der Jugendlichen, die eine Ausbildung begannen, um 18 Prozent. Mitunter entschieden sich Jugendliche auch für ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Auslandspraktikum.

• Schwälmer Betriebe meldeten im vergangenen Jahr 340 Berufsausbildungsstellen, das waren 109 oder 47,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Dass die Zahl der betrieblichen Ausbildungsangebote gestiegen ist, macht deutlich, wie ernst es den heimischen Betrieben ist, für qualifizierten Nachwuchs zu sorgen“ sagt Schmittdiel.

• Die Ausbildungsquote – sie gibt an, wieviel Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Auszubildende sind – ist in der Schwalm traditionell gut und liegt über dem hessischen Durchschnitt. Zuletzt lag sie bei 6,1 Prozent. In Hessen lag sie bei 4,8 Prozent.

• Unbesetzt blieben im abgelaufenen Ausbildungsjahr 34 Ausbildungsstellen, nahezu gleich viele wie ein Jahr zuvor. Chancen für eine Ausbildung bestehen beispielsweise noch bei den Berufen Kaufmann im Einzelhandel, Koch, Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Fleischerei und Hotelfachmann.

• Im Hinblick auf die Ausbildungsangebote und die Ausbildungsplatznachfrage stellt Breustedt klar: „Wir können nicht damit zufrieden sein, dass Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt auseinander gehen.“ Er wisse aber auch, dass es vielfältige Gründe für Marktungleichgewichte gebe. Manchmal bliebe eine Ausbildungsstelle frei, weil es spezielle Anforderungen von Betrieben an die Auszubildenden gibt, die von den gemeldeten Bewerbern nicht erfüllt würden. Problematisch sei auch, dass manche Betriebe nicht mit dem Bus erreichbar oder die Arbeitszeiten nicht mit den Fahrplänen kompatibel seien.

Gelegentlich komme es vor, dass Jugendliche die zugesagte Ausbildungsstelle kurzfristig absagten oder nicht antreten – ohne rechtzeitig abgesagt zu haben. Nicht alle Betriebe fänden dann sofort passenden Nachfolge-Auszubildende.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare