Betrüger schicken falsche Hilferufe: Dutzend Fälle in Nordhessen

Melsungen. Mit einer raffinierten Masche versuchen Betrüger, die Hilfsbereitschaft von Menschen auszunutzen: Dabei werden Email-Zugänge gehackt und Hilferufe aus dem Urlaub im Namen des Opfers verschickt.

Auch im Schwalm-Eder-Kreis gibt es solche Fälle. Das Heimtückische: Für die Opfer ist es schwer, die Bettelbriefe zu stoppen.

„Ich bin völlig machtlos“, sagt die Melsunger Stadtverordnete Dr. Renate Mahler-Heckmann. Ihr Email-Zugang wurde gehackt, um in ihrem Namen Mails an die gespeicherten Kontaktadressen zu schicken. Immer wurde um finanzielle Hilfe gebeten, weil die Absenderin angeblich im Urlaub überfallen worden sei und nun das Geld fehle.

Im Schwalm-Eder-Kreis sind solche Mails noch der Einzelfall. Für den Bereich Nordhessen seien im vergangenen Jahr gut zwölf solcher Fälle angezeigt worden, sagt Polizeisprecher Reinhard Giesa. Nur in einem Fall sei es tatsächlich zur Auszahlung von Geld gekommen. „In den meisten Fällen sind die Menschen sehr aufmerksam, was Mails mit solchem Inhalt angeht“, erklärt Giesa. Dennoch gibt es immer wieder Ausnahmen, auf die die Trickbetrüger spekulieren würden.

Die Adressaten bei der angeblich von Mahler-Heckmann verschickten Email haben nach eigener Aussage kein Geld überwiesen. Zum Glück: „Zwei meiner Freunde haben auf die Email geantwortet und wollten wissen, wohin sie das Geld überweisen sollen“, sagt die 55-Jährige. Der genannte Betrag war für die Trickbetrüger jedoch zu klein, sie forderten mehr. Erst da seien sie stutzig geworden.

Sich vor einem solchen Hackerangriff zu schützen, sei schwierig, sagt Giesa. Jeder solle sich Antivirusprogramme und eine Firewall installieren und diese ständig aktualisieren. Zudem seien Nachrichten mit Bitte um Bargeld immer ein Hinweis darauf, dass hinter der Mail Trickbetrüger stehen.

Quelle: HNA

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