19-Jähriger muss wegen zahlreicher Delikte für ein Jahr ins Gefängnis

Zu betrunken, um Rad zu fahren

Schwalmstadt. Zu einem Jahr Jugendstrafe verurteilte das Jugendschöffengericht am Amtsgericht Treysa einen 19-Jährigen aus dem Altkreis Ziegenhain.

Dem Jugendlichen wurden mehrere Vergehen zur Last gelegt. Das Gericht verurteilte ihn wegen Körperverletzung, Diebstahls, Trunkenheit im Straßenverkehr, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unerlaubten Entfernens vom Unfallort.

Im Mai hatte der 19-Jährige auf dem Damm bei Ziegenhain einen Obdachlosen auf Zigaretten und Bier angesprochen und war unter Alkoholeinfluss mit dessen Fahrrad gefahren. Es kam zur Auseinandersetzung der beiden, da ihm der Obdachlose nach Zeugenaussagen bei der Polizei zwar eine Zigarette überlassen hatte, ihm offensichtlich jedoch kein Bier abgeben wollte.

Der Angeklagte schubste den Obdachlosen, der daraufhin den Damm hinunterstürzte und im Gras liegenblieb. Dem 19-Jährigen wurde vorgeworfen den Mann anschließend körperlich attackiert und zur Herausgabe des Alkohols aufgefordert zu haben. Auch war dem Obdachlosen eine Tasche entwendet worden.

Im Juli war der Angeklagte dann in stark alkoholisiertem Zustand mit dem BMW seiner Mutter zu einer Spritztour auf der A49 und der A7 aufgebrochen. Nach einem Unfall bei Homberg, bei dem der Wagen seiner Mutter erheblich beschädigt worden war, endete seine Fahrt schließlich bei Remsfeld. „Das mit dem Auto stimmt“, gab der 19-Jährige zu. Hinsichtlich des Vorfalls mit dem Obdachlosen zeigte er sich nur zum Teil geständig. „Ich habe ihn geschubst“, räumte er ein, geschlagen aber habe er nicht. Allerdings habe er versucht, mit dem Fahrrad des Mannes zu fahren. „Ich bin dabei mehrmals gestürzt, weil ich zu betrunken war“, berichtete der Angeklagte. Daher habe er das Rad geschoben.

In Widersprüche verstrickten sich vier jugendliche Zeugen, die sich zur Tatzeit mit dem Angeklagten auf dem Damm aufgehalten hatten. Anders als bei der Polizei gaben sie vor Gericht an, sich nicht mehr richtig erinnern zu können oder nicht mehr dort gewesen zu sein.

Der Obdachlose selbst erschien nicht vor Gericht.

Der 19-Jährige war bereits durch Straßenverkehrsdelikte, Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte aufgefallen. Auch gefährde er aufgrund seiner Alkoholsucht sich selbst und seine Mitmenschen, so die Urteilsbegründung des Gerichts.

Quelle: HNA

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