22-Jähriger stand wegen Körperverletzung vor Gericht

Betrunkener attackierte Schwalmstädterin vor ihrer Wohnung

Treysa. Weil er eine 54-jährige Schwalmstädterin vor ihrer Wohnung brutal zusammengeschlagen und auf die am Boden liegende Frau eingetreten haben soll, musste sich ein 22-Jähriger aus Hann. Münden vor dem Strafrichter am Amtsgericht Schwalmstadt verantworten.

Wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilte das Gericht den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr. Die Strafe ist zu drei Jahren Bewährung ausgesetzt. Der 22-Jährige muss 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und für die Verhandlungskosten aufkommen.

Die Tat ereignete sich im August vergangenen Jahres: Er sei mit seinem Cousin bei seiner Frau gewesen, von der er mittlerweile getrennt lebe, begann der Angeklagte mit seiner Schilderung der Geschehnisse. Sie hätten Bier und Wodka getrunken und dann die Wohnung verlassen. Draußen habe er sich übergeben müssen.

„Von oben“ habe jemand Beleidigungen gerufen. Im Dunkeln habe er dann eine Person auf sich zukommen sehen und zwei-, dreimal zugeschlagen. Ob es ein Mann oder eine Frau gewesen sei, habe er aufgrund des Alkoholeinflusses nicht erkennen können.

Der Cousin des Angeklagten bestätigte im Wesentlichen dessen Aussage und betonte, es habe keine Tritte gegeben. Er habe den Angeklagten weggezogen und beide seien zur Wohnung des Angeklagten gegangen.

Sie habe niemanden vom Fenster ihrer Wohnung aus beleidigt, sagte die 54-Jährige, die weiter angab, ihre Wohnung läge im unteren Teil des Hauses. Sie habe nachts Krach gehört und sei nach draußen gegangen, um zu sehen, was los sei. Der Angeklagte sei auf sie zugesprungen und habe „ziemlich schnell, heftig, immer wieder mit großer Brutalität“ auf sie eingeschlagen. Sie sei zu Boden gegangen.

Schläge und Tritte

Zunächst habe der Angeklagte von ihr abgelassen, sie dann aber noch zweimal attackiert, auch mit Tritten. Wie viele Schläge und Tritte gegen sie gerichtet gewesen wären, und ob der zweite Mann sie ebenfalls attackiert habe, könne sie nicht sagen. “Ich habe irgendwann um Hilfe geschrien“, berichtete die 54-Jährige, die Gesichtsverletzungen und eine Rippenfraktur davongetragen hatte.

Zwei Männer aus der Nachbarschaft waren vom Fenster aus Zeugen der Gewalttat geworden und der Frau zu Hilfe geeilt. Sie seien schockiert gewesen. Die 54-Jährige habe schlimm ausgesehen. Sie sei geschlagen und getreten worden. Ob beide Männer die Frau angegriffen hatten, darüber gingen die Zeugenaussagen auseinander.

1,42 Promille im Blut

Zwei Polizeibeamte berichteten von Blutspuren am Tatort. Aufgrund der Täterbeschreibung sei man auf den Angeklagten gestoßen. Sein T-Shirt habe Blutspuren aufgewiesen. Ein Blutalkoholtest habe 1,42 Promille ergeben.

Dem Cousin des 22-Jährigen droht ein Verfahren wegen uneidlicher Falschaussage. Der Zeuge habe gelogen, um den Angeklagten zu schützen, sagte der Staatsanwalt.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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