Mütter helfen Mütter - Hilfstransport auf Gut Hohenborn beladen

Betten für Sierre Leone

Stefan Foschmann

Zierenberg. „Wollen wir was rocken?“ Florian Drexlers Frage wird von seinen Kollegen des Fez-Teams mit einem lauten „Ja“ beantwortet. Obwohl die Lohfelder Ferienspielbetreuer schon seit sieben Uhr morgens auf den Beinen sind, verlängern sie für den guten Zweck gerne ihren Arbeitstag.

Viel ist zu tun am Mittwochabend im Gut Hohenborn bei Zierenberg, wo ein riesiger Container darauf wartet, mit Hilfsgütern beladen zu werden. Kinderbetten aus der Kasseler Park-Schönfeld-Klinik, Gehhilfen, Rollstühle. Allerhand haben sie zusammengetragen, die Mitglieder des Vereins „Mütter helfen Müttern“, die seit Jahren verschiedene Projekte im westafrikanischen Sierra Leone unterstützen.

Das kleine Land, das viele aus dem Film „Blutdiamanten“ kennen, ist gerade einmal so groß wie Bayern. In und um die Hauptstadt Freetown leben rund zwei der sechs Millionen Einwohner, fast 80 Prozent davon bleiben weniger als zwei Dollar pro Tag, um ihr Leben zu finanzieren. „Das können wir uns hier kaum vorstellen“, sagt Vereinschefin Hannelore Lehmann. Mehrmals hat sie vor Ort sehen müssen, wie die Menschen in Sierra Leone ums Überleben kämpfen. „Besonders beeindruckt hat mich, dass trotz der Umstände eine gewisse Zufriedenheit herrscht, die Kinder einen mit großen strahlenden Augen anlächeln.“

Selbst Mutter von fünf erwachsenen Kindern, war ihr schnell klar, dass sich die Hilfe an Mütter und Kinder richten sollte. „Mütter auf der ganzen Welt haben eins gemein, sie geben Leben und erhalten Leben.“

Ganz praktisch will Lehmann die Frauen in Afrika in ihrem Alltag unterstützen, wird dabei nicht nur durch ihre Vereinskolleginnen unterstützt, sondern auch durch viele freiwillige Helfer. „Anders wäre das nicht zu bewältigen“, sagt die gebürtige und heute in Hohenborn lebende Berlinerin, während sie voller Elan einen Rollstuhl in den Container hievt.

„ Es ist schön zu sehen, dass wir auch mit kleinen Mitteln Großes bewirken können“, freut sich Elke Lippe, ebenfalls eine der engagierten Mütter. Auch Männer sind trotz aller Frauen-Power willkommen, wenn es um die Hilfe für Afrika geht.

Einer von ihnen ist Stefan Foschmann. Rund 20 mechanische Nähmaschinen hat der Lehrer von seinen Schülern an der Herwig-Blankertz-Schule auf Vordermann bringen lassen. Sie laufen wieder rund und sollen in den nächsten Tagen ihre Reise nach Sierra Leone antreten, wo sie bereits sehnsüchtig erwartet werden. „Sie geben den Frauen die Möglichkeit, mit dem Nähen ihre Familien zu finanzieren“, sagt Hannelore Lehmann.

Wenn alles gut geht, will sie sich im Herbst persönlich davon überzeugen, dass die Hilfsgüter gut angekommen sind. Die Kosten für den Transport hat die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit gesponsert, ihre Reisekosten aber will sie aus eigener Tasche bezahlen, denn „alle Spendengelder sollen zu 100 Prozent den Müttern in Sierra Leone zugute kommen“.

Mehr zum Verein „Mütter helfen Müttern“ und Möglichkeiten der Mitarbeit und Unterstützung unter www.muetter-helfen-muettern.de

Quelle: HNA

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