Bewährung für Diebstähle

Männer sollen Mobiliar im Wert von über 11.000 Euro entwendet haben

Melsungen. Wegen gemeinschaftlichen Diebstahls in besonders schwerem Fall wurden ein 43-Jähriger aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg zu 12 Monaten und ein 44-Jähriger aus dem Schwalm-Eder-Kreis zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Das Amtsgericht Melsungen hielt es für erwiesen, dass die beiden Männer in der Zeit von Mitte März bis Ende September in 13 Fällen Gegenstände aus Containern ihres Arbeitgebers entwendet hatten. Die Angeklagten waren im Tatzeitraum als Fahrer einer Spedition in Edermünde tätig. Sie fuhren Container von einem Lager in Malsfeld zu einem Logistikzentrum nach Homberg (Efze). Aus diesen Containern entwendeten die beiden Angeklagten Mobiliar – vorwiegend Tische und Stühle – im Wert von 11.757,10 Euro. Richter Stephan Heidelbach sagte, das sei aber nur die Spitze des Eisberges. Tatsächlich sei der Umfang der Taten viel größer, aber es seien lediglich 13 Fälle angezeigt worden und auch die Staatsanwaltschaft Kassel habe sich auf diese Fallzahl beschränkt. Tatsächlich lägen geschätzte 70 bis 80 Taten vor.

Der 44-Jährige aus dem Schwalm-Eder-Kreis sei als Haupttäter zu bezeichnen. Er habe mit den Diebstählen begonnen und seinen Mitangeklagten hineingezogen. Zudem habe er die gestohlenen Möbelstücke in seiner Scheune gelagert und gewerbsmäßig verkauft. Sein Mittäter hingegen habe die Möbel selbst verwendet und an Verwandte oder Bekannte verschenkt.

Die Angeklagten gaben an, sie hätten anhand der Lieferscheine den Inhalt der Container überprüft, sie abends auf einem Parkplatz abgestellt und das Diebesgut nachts oder früh morgens in einen Anhänger umgeladen. Beide räumten ihre Taten ein und entschuldigten sich dafür.

Der 44-jährige Angeklagte sagte, er habe in Folge einer Insolvenz hohe Schulden gehabt. Im Sommer 2011 habe er – zunächst ohne den Mitangeklagten – Dinge aus Containern entwendet, die ohnehin schon geöffnet waren. Später habe er dann selbst die Plomben geöffnet, mit denen die Container verschlossen waren. Schließlich habe der Mitangeklagte sich an den Taten beteiligt. Dieser gab an, es aus Gefälligkeit getan zu haben und um seine Wohnung mit den Möbelstücken auszustatten. Der 44-Jährige hingegen gab zu, einen schwunghaften Handel betrieben zu haben. Er habe 90 Prozent der Möbel bekommen und sie in Kleinanzeigen und auf ebay inseriert und verkauft. So habe er etwa 10.000 Euro eingenommen.

Zusätzlich zu den Bewährungsstrafen erlegte der Richter den Angeklagten auf, den Schaden im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten auszugleichen. (nis)

Quelle: HNA

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