Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis hatte Tochter der Freundin bedrängt

Bewährung nach sexuellem Missbrauch

Schwalm-Eder. Zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren hat das Amtsgericht Fritzlar einen 31-Jährigen aus dem Schwalm-Eder-Kreis wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes verurteilt. Außerdem muss der Angeklagte eine Geldbuße von 1500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen sowie eine Psychotherapie beginnen.

Der Mann hatte zwischen Mai 2007 und April 2009 viermal an der Tochter seiner Lebensgefährtin sexuelle Handlungen vorgenommen. Zum Zeitpunkt der ersten Tat war das Opfer gerade einmal sechs Jahre alt. Der Täter hatte die Abwesenheit der Mutter ausgenutzt, um sich dem Kind unsittlich zu nähern.

2004 hatte der Mann die Frau kennengelernt, sie waren zusammengezogen und hatten später geheiratet. In der Familie lebten zwei Kinder, das Mädchen und ein Junge.

Die Verhältnisse in der Familie beschrieb der Verteidiger als „fürchterlich“. Der Mann sei mit der Situation offensichtlich überfordert gewesen.

Vor dem Amtsgericht gab der 31-Jährige die Taten zu, was vom Schöffengericht als strafmildernd bewertet wurde. Zudem habe er den Missbrauch von sich aus beendet und habe keine Vorstrafen. Positiv gesehen wurde auch die Tatsache, dass der Täter dem Mädchen durch sein Geständnis eine Aussage vor Gericht ersparte.

Es sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar, welche psychischen Folgen die Taten für das Kind haben könnte, sagte der Richter. Der Staatsanwalt wies darauf hin, dass die Aussage des Mädchens bei der Polizei für sie sehr belastend gewesen sei: „Das war nicht schön.“ Er hatte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten sowie 3000 Euro Bewährungsauflage gefordert. Der Verteidiger hielt die Summe für zu hoch.

Der Richter entschied auf zwei Jahre zur Bewährung und nutzte die Urteilsbergründung auch zur Kritik am Jugendamt. Dort seien die Vorwürfe des Missbrauchs bereits seit Oktober 2008 bekannt gewesen, aber nicht der Polizei gemeldet worden. Erst ein aufmerksamer Mitarbeiter der Krankenkasse des Mädchens hatte aufgrund ärztlicher Unterlagen Verdacht geschöpft und die Staatsanwaltschaft alarmiert. (zam)

Quelle: HNA

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