Bewegender Abschied: Trauerfeier für Bernhard Jagoda

Würdigte Jagoda mit tränenerstickter Stimme: Der Treysaer Pfarrer Michael Brüne neben Jagodas Bild mit Trauerflor.

Treysa. Über 400 Trauergäste begleiteten Bernhard Jagoda auf seinem letzten Weg.

In der Heilig-Geist-Kirche in seiner Heimatstadt Treysa gab es zuvor ein bewegendes Requiem für den 74-jährig Verstorbenen, der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit war (1993 bis 2002).

Sein „Nach-Nachfolger“, wie sich der Chef der Arbeitsagentur Frank-J. Weise selbst bezeichnete, sagte in seinem Nachruf in der Kirche: „Jagoda hat den guten Geist angelegt, in dem die Arbeit noch heute weitergeführt wird.“

Heilige Messe in der Heilig-Geist-Kirche: Beim Requiem für Bernhard Jagoda fanden nicht alle Trauergäste einen Sitzplatz, auch vor der Kirche und im Pfarrsaal folgten sie der Übertragung.

Für die CDU sprach Bundestagsabgeordneter Bernd Siebert, der die Trauer seiner Partei auch im Namen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Unionsfraktionschef Volker Kauder und des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier ausdrückte. Siebert zitierte Altbundeskanzler Helmut Kohl, der Jagoda „Baumeister der sozialstaatlichen Einheits Deutschlands“ genannt habe. Laut Siebert mochte es Jagoda „lieber salopp als pompös“ und zeichnete sich durch Menschlichkeit und persönliche Zurückhaltung aus.

„Schwalmstadt trauert um Bernhard Jagoda“, so anschließend Stadtverordnetenvorsteher Reinhard Otto. Jagoda sei ein Mensch mit großer sozialer Kompetenz gewesen.

Vorausging eine berührende Heilige Messe, in der Pfarrer Michael Brüne mit den Tränen zu kämpfen hatte. Er sprach von Bestürzung über Jagodas plötzlichen Tod, der Verstorbene sei in seinem Leben für viele ein Geschenk des Himmels gewesen. Seine Ausgeglichenheit und Herzlichkeit habe er aus seinem Glauben gewonnen.

Hauptzelebrant war der Fuldaer Generalvikar Gerhard Stanke, der den Trauernden zurief, Leben werde nicht genommen sondern gewandelt, Jagoda sei „ein konsequenter Zeuge des Evangeliums“ gewesen. In seinem Wirken habe er bewiesen, dass christlicher Glaube und politisches Engagement miteinander einhergehen.

Gefolgt vom langen Zug der Trauernden wurde Jagodas Sarg anschließend von der Kirche auf den Treysaer Friedhof gebracht, wo er beerdigt wurde. Die Familie - Ehefrau Margot, Tochter Beate und Sohn Stefan und deren Kinder - bat später zu einem Empfang in die Festhalle, wo viele Freunde und Weggefährten aus der Schwalm, Nordhessen und den Metropolen wie Nürnberg und Frankfurt/M. kondolierten.

Jagoda war zwar seit einiger Zeit erkrankt und geschwächt, sein Tod in der Nacht zum Freitag kam dennoch überraschend.

Bewegender Abschied von Bernhard Jagoda

Quelle: HNA

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