Fragen und Antworten

Bewohner drohte Personal: Polizeieinsätze in Gilserberger  Suchtnachsorge häufen sich

Gilserberg. Seit knapp zehn Jahren ist die Suchtnachsorgeeinrichtung der Paritätischen Projekte am Ortsrand von Gilserberg ansässig. Bislang lief das Zusammenleben der chronisch mehrfach abhängigkeitsgeschädigten und -erkrankten Menschen ohne größere Probleme. 

Doch in jüngster Zeit häufen sich Polizeieinsätze in der Einrichtung, wie Leiterin Erika Karama gegenüber der HNA berichtet. Wir stellen die Einrichtung in Fragen- und Antworten vor:

Was genau ist in der Einrichtung vorgefallen?

Es gab mehrere Fälle von Diebstahl innerhalb des Hauses. In einem weiteren Fall geht es um Bedrohung gegen Personal. „Seit fünf Jahren als Leiterin der Einrichtung habe ich solche Vorfälle in dieser Intensität noch nicht mitbekommen“, so Erika Karama.

Welche Menschen leben in der Einrichtung?

Die Einrichtung bietet 35 Plätze im festen Wohnen und 20 Plätze im ambulanten Wohnen. Untergebracht sind dort Menschen mit schweren Abhängigskeits- und psychischen Erkrankungen. Der jüngste Bewohner ist 20, der älteste 70 Jahre alt.

Was bietet die Einrichtung den Bewohnern?

Die Menschen kommen dorthin, wenn sie bereits andere Therapieversuche hinter sich haben, um ihre Lebenssituation zu stabilisieren und eine Lebensperspektive zu entwickeln, erläutert Andreas Beck, Geschäftsführer der paritätischen Projekte GmbH.

Die Einrichtung bietet den Bewohnern eine feste Tagesstruktur. Sie können sich in der Werkstatt, im Kunstraum, in der Hauswirtschaft und im Sportangebot betätigen.

Dürfen die Bewohner die Einrichtung auch selbstständig verlassen?

Selbstverständlich, sagt Erika Karama. Es handelt sich um ein offenes Wohnheim für mündige Bürger. Sie dürfen die Einrichtung wann immer sie wollen verlassen. „Wir sind weder eine Ferienwohnung, noch eine JVA“, verdeutlicht Andreas Beck.

Es sei nicht Aufgabe der Mitarbeiter, die Menschen 24 Stunden am Tag zu kontrollieren: „Das können wir auch gar nicht leisten, wir können die Menschen aber dabei unterstützen, ihr Leben wieder besser in den Griff zu bekommen.“

Was passiert, wenn ein Bewohner sich nicht an die Regeln hält?

Fremdschädigendes Verhalten innerhalb der Suchtnachsorgeeinrichtung führt auch zu Konsequenzen, sagt Erika Karama: „Wenn wir merken, dass ein Klient Probleme hat, versuchen wir auch mit ihm gemeinsam eine andere Lösung als unsere Einrichtung zu finden. Für manche ist das eben nicht der richtige Ort. Wir haben das sehr genau im Blick.“

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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