Schläge, Drohungen und Beschimpfungen

Beziehungsdrama am Amtsgericht Treysa verhandelt: Angeklagter drohte mit Tod der Katze

Treysa. Wegen sexueller Nötigung, Beleidigung, Körperverletzung und Bedrohung musste sich kürzlich ein 44-jähriger Mann aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt verantworten.

Laut Anklage hatte der Arbeitssuchende im Sommer 2016 seine damalige Lebensgefährtin nicht nur geschlagen, sondern auch eingesperrt und im Streit auf die Straße gestoßen. Darüber hinaus drohte der 44-Jährige seiner Freundin mit dem Tod der Katze und bezeichnete die Mutter von vier Kindern als „Schlampe“ sowie „Hure“. Einmal habe der Angeklagte die Frau gegen ihren Willen an Brust, Gesäß und Schritt gefasst, so der Staatsanwalt.

In einer Stellungnahme der Verteidigung räumte der Angeklagte die ihm zur Last gelegten Delikte im Wesentlichen ein, machte aber deutlich, dass er seine Ex-Freundin zu keinem Zeitpunk sexuell bedrängt habe. Der angeklagte Griff an Brust, Gesäß und Schritt sei nicht passiert, betonte der Verteidiger: „Er bedauert seine Taten zutiefst und weiß, dass er bestraft werden muss.“ Sein Mandant neige dazu, cholerisch zu werden, erklärte der Anwalt: „Die Taten waren auch ein Zeichen von Ohnmacht und Hilfslosigkeit.“ Die Vorfälle seien gegen Ende der Beziehung passiert, sagte der Angeklagte auf Nachfrage des Richters und sagte, dass er sich mittlerweile bei der Frau auch entschuldigt habe.

Als einzige Zeugin hatte das Gericht die ehemalige Lebensgefährtin des Mannes geladen. Die ersten Jahre der Partnerschaft seien sehr schön und harmonisch gewesen, meinte die 36-jährige Arbeitssuchende: „Ab dem fünften Jahr wurde er zunehmend aggressiv. Das hat sich immer mehr gesteigert.“ Bei Konflikten sei er erst laut geworden, dann habe er geschimpft und schließlich sei er ausgeflippt, so die Frau. Nachdem sie zweimal ins Frauenhaus geflüchtet sei, habe sie sich schließlich getrennt, sagte die 36-Jährige.

Als das Gericht von der Zeugin wissen wollte, warum sich der 44-Jährige denn so verändert habe, zuckte die Frau mit den Schultern: „Ich weiß es einfach nicht. Es tat ihm ja auch immer leid, aber es kam dann halt immer wieder vor.“

An die meisten der in der Anklage aufgeführten Taten konnte oder wollte sich die 36-Jährige nur noch bruchstückhaft erinnern: „Ich weiß das nicht mehr, ich habe eine schwarze Leere im Kopf.“ Oft habe sich der Streit aber um die Erziehung der Kinder oder Geld gedreht, so die Zeugin: „Eigentlich immer um irgendetwas was ich seiner Meinung nach falsch gemacht habe.“

„Ich weiß das nicht mehr, ich habe eine schwarze Leere im Kopf", so der Angeklagte.

Sexuell genötigt habe er sie aber nicht, erklärte die Frau auch Nachfrage des Staatsanwalts und stellte fest, dass die Berührungen an Brust, Gesäß und Schritt zufällig im Gerangel passiert seien: „Wie das in einem Handgemenge so ist. Er wollte mich festhalten und ich wollte weg.“

Da sich der Vorwurf der sexuellen Nötigung in der Verhandlung nicht bestätigt hatte, wurde der Mann letztlich zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Man dürfe seinen Willen nicht mit Gewalt durchsetzen, mahnt der Richter den Angeklagten: „Sie müssen an sich arbeiten. Das geht so nicht.“

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

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