Bezirkslandfrauen tagten in Homberger Stadthalle

Mit Herz und Schnauze: Die „Stacheligen Landfrauen“ verliehen mit liebevoll-kritischen gesanglichen Tönen ihrer Liebe für die Landwirtschaft Ausdruck- Fotos: Ehl-von Unwerth

Homberg. Eine Vorstellung ist noch immer in vielen Köpfen verankert: Das traditionelle Bild der Kuchen backenden, Kaffee trinkenden und reiselustigen Landfrauen. Dabei hat die mit 500 000 Mitgliedern größte deutsche Frauenorganisation ein ganz anderes Selbstverständnis. Das war beim Treffen des Bezirkslandfrauenverbandes Fritzlar-Homberg in der Kreisstadt.

Nach der Begrüßung der etwa 300 Teilnehmerinnen durch Verbandsvorsitzende Therese Engeland würdigte Landrat Frank-Martin Neupärtl das vielfältige und unermüdliche Engagement und die kontinuierlich-aktive Arbeit der Landfrauen.

Diese Feststellung unterstrich Referentin Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes. In ihrem Vortrag „Frauen mit Wurzeln und Flügeln“ zeigte sie Ziele und Perspektiven, aber auch die Grenzen der Landfrauenarbeit auf.

Als Wurzeln jeglichen Engagements benannte sie Bodenständigkeit, Ausdauer und Selbstbewusstsein, das Bekenntnis zu Werten und Traditionen, aber auch die Verpflichtung zu Fortschritt und Moderne. „Wir müssen eine GmbH, eine Gesellschaft mit berechtigter Hoffnung, bleiben“, sagte sie.

Flügel wiederum verleihe der Arbeit die Basis einer starken Gemeinschaft, bestehend aus Frauen unterschiedlichster Berufs- und Altersgruppen. Deren Ziel sei es, als „Sprachrohr für alle Frauen auf dem Lande“ Verantwortung zu übernehmen und die Gestaltung des ländlichen Raumes konsequent und nachhaltig mitzubestimmen.

Zu einer konkreten, zielgerichteten Interessenvertretung gehöre es auch, sich auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene noch stärker als bisher einzumischen. Man müsse Stellung für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen beziehen sowie Missstände und Defizite aufdecken, forderte Scherb. Oft scheitere ein solches Engagement jedoch an der mangelnden Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt. Dafür entsprechenden Bedingungen zu schaffen, liege in der Zuständigkeit der Politik.

Für die unterhaltsame Disziplin sorgten das Zitherensemble der Bezirkslandfrauen, der Gitarrenchor „Saitenspiel“, sowie die „Stacheligen Landfrauen“ mit aktuellen satirischen Tönen zu Freihandelsabkommen, Gammelfleisch und „frischer Landluft“.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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