Hephata-Präsentation: Die Bilder von Kees de Kort sind weltweit bekannt

Die Bibel bunt entdecken

Immer die Kinder im Kopf: Die lebendigen Bibelszenen des niederländischen Künstlers Kees de Kort bringen dem Nachwuchs das Neue Testament näher. Foto: Rose

Treysa. Die Bibel kann man nicht nur lesen, man kann sie ab sofort auch erleben. Im Kirchsaal in Hephata werden Szenen des niederländischen Künstlers Kees de Kort in den kommenden drei Wochen lebendig. Auf 34 Repliken bringt der Maler den Besuchern die Geschichten zur Zeit Jesu näher. Am Freitagabend wurde die Ausstellung eröffnet.

Für 24 Stunden zu Besuch in der Schwalm war auch der Künstler selbst. Mit Pfarrer Johannes Altmann und den Kuratoren Wiebke Reinert und Alexander Rissmann streifte er über den biblischen Marktplatz, der im Kirchsaal nach seinen Illustraionen nachgebaut wurde. „Ich akzeptiere diese Form der Darstellung“, kommentierte der Künstler zunächst etwas zurückhaltend. Ein Lächeln im Gesicht und der verschmitzte Blick hinter der schwarzen Harry-Potter-Brille entschädigte jedoch für die vielen Stunden, die die Kuratoren sowie viele Ehrenamtliche in die Gestaltung des Kirchsaals gesteckt hatten.

Die Bibel und die niederländische Bibelgesellschaft inspirierten den Niederländer, Geschichten aus dem Neuen Testament in Bilder zu übersetzen. „Sicher, am Anfang - ich habe 1965 mit dieser Art der Illustration angefangen - sah man das Ganze schon kritisch“, erzählt de Koort.

In vielen Gremien habe man beraten, wie man die Geschichten für Kinder so darstelle, dass sie auch verständlich seien.

Wichtig sei ihm immer die klare Bildsprache gewesen. „Ich habe es vermieden, große Gruppen zu malen, sondern habe mich immer auf Szenen beschränkt“, erläutert de Koort. Schon zu Studienzeiten sei er ein Liebhaber von Religionskunst gewesen. „Weil meine Bilder für Kinder sind, war mir immer wichtig, dass sie Bewegung zeigen“, sagt er. Im Vordergrund habe nicht die Maltechnik, sondern der Effekt gestanden.

Ehrliche Szenen

Dass Geschichten aus der Bibel manchmal grausam sind, dessen ist sich de Kort bewusst. „Ich versuche Szenen realistisch und ehrlich darzustellen, aber Blut sieht man bei mir nie“, erklärt er. Er bilde das ab, was Menschen tun, „ohne zu idealisieren und zu verniedlichen“, sagt de Koort.

Millionen Bücher verkauft

Wie viele Bibelszenen er gemalt hat, vermag er nicht zu sagen: „340 für die Bücher, und bestimmt danach noch ein paar hundert.“

25 Millionen Bibelbücher haben sich weltweit verkauft, schätzt er. Der 75-jährige Niederländer malt noch heute. Wenn es nicht gerade biblische Themen sind, dann bannt er „wirtschaftskritische Schweine“ auf Leinwand. „Sie sind nicht schön, aber auch nicht so schrecklich“, sagt er über sie.

Besonders für Kinder bietet die Hephata-Ausstellung viele Angebote. Im Lesezelt liegen zum Beispiel zehn Serien der Bibelbücher zum Lesen bereit, in einem Kino sind weitere Serien auf einer großen Leinwand zu sehen. Die biblische Entdeckungsreise ist aber auch für Erwachsene spannend: Für viele von ihnen wird sie sicher mit Erinnerungen an die eigene Kindheit verbunden sein.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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