Immer mehr müssen schließen

Bibliotheken im Schwalm-Eder-Kreis haben große Probleme

Schwalm-Eder. Im Landkreis sinkt die Anzahl der öffentlichen Bibliotheken seit Jahren, immer mehr müssen schließen. Das größte Problem: fehlendes Geld. Aktuell gibt es noch 48.

In Kommunaler Hand sind 37. Elf werden durch kirchliche Träger gestützt. In Neuental, Niedenstein und Schwarzenborn gibt es gar keine öffentlichen Bibliotheken mehr.

„Jedes Jahr schließen ein bis zwei Bibliotheken in Hessen“, sagt Alexander Budjan von der Hessischen Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken. Von dem Trend sei der Landkreis nicht ausgenommen. Von einer Krise will er aber nicht sprechen. Der Rückgang hat mehrere Gründe. Um das Problem zu lösen, braucht es vor allem eines: Geld. Zum einen sinkt aufgrund des demografischen Wandels mit immer weniger Einwohnern seit Jahren die Zahl der Nutzer. Zum anderen sei das Angebot in einigen Bibliotheken einfach nicht mehr attraktiv genug.

Fehlendes Geld und Digitalisierung sind die Probleme

Im Landkreis werden gerade einmal vier Büchereien hauptamtlich geführt. Keine einzige wird bibliothekarisch-fachlich geleitet. Hinzu kommen die dürftigen Öffnungszeiten. Nur zwölf Bibliotheken haben fünf oder mehr Öffnungsstunden pro Woche. Nur zehn haben Erwerbungsetats von mehr als 1000 Euro. Insgesamt fünf haben eine Fläche, die größer ist als 100 Quadratmeter. Diese Werte sprechen eine klare Sprache und machen die Probleme deutlich.

Neue Bücher oder moderne Medien sind teuer, aber wenn sie nicht angeschafft würden, blieben die Leser aus. Bibliotheken seien wichtige Treffpunkte und Bildungsstätten – nicht nur für Schüler. Sie seien auch ein kultureller Treffpunkt und förderten lebenslanges Lernen, so Budjan.

Gerade die zunehmende Digitalisierung mache es den Bibliothekaren schwer. Online-Suchsysteme, E-Book-Leihe – viele Einrichtungen könnten da nicht mithalten in Zeiten klammer Haushalte.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/ dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare