Bier, Bräute und Bilanzen: Schwälmer Museumsgespräche

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Muntere Runde: Eckhard Haaß, Dr. Gerald Näser, Moderatorin Petra Nagel, Wolfgang Rupp und Jens Koch (von links) unterhielten 70 Gäste im Museum der Schwalm in Ziegenhain.

Ziegenhain. „Alles bleibt anders“ - das war am Donnerstagabend das Motto bei den Museumsgesprächen mit der Moderatorin Petra Nagel. Zum sechsten Mal hatte sie zusammen mit dem Schwälmer Heimatbund ins Museum der Schwalm eingeladen.

Damit läutete die Kasseler Journalistin die zweite Runde ihrer Reihe ein. Das Podium versprach wieder einmal launige Geschichten: Zu Gast waren Braumeister Eckhard Haaß, Bürgermeister Dr. Gerald Näser, der Vorsitzende des Heimatbundes Wolfgang Rupp und Jens Koch, Kantor im Kirchenkreis Ziegenhain.

Die Runde plauderte munter aus dem Nähkästchen. Rupp zog zufriedene Bilanz. „Das Konzept des neuen Trauzimmers ist aufgegangen.“ Spätestens wenn sich jemand ans Klavier setze und „Halleluja“ spiele, heule die Braut, die Brautmutter, die Oma - „und ich auch“.

Es gibt weitere Projekte: Im Dezember werde eine DVD mit historischem Filmmaterial erscheinen. 200 Stück würden zunächst produziert. Zu sehen seien eine Ernte in Obergrenzebach, eine Hochzeit in Schrecksbach und die Spinnstube in Niedergrenzebach. Rupp warb gleich noch für eine Mitgliedschaft: „Wie wäre es mit Ihnen, Dr. Näser?“ Der konterte locker: „Ich habe schon schlechtere Vorschläge gehört.“ Ob der Job des Bürgermeisters wirklich „ein Traumjob“ ist, das vermochte der „Neue“ indes noch nicht zu beantworten.

Trubel im Rathaus

„Es ist eine Menge Arbeit. Da qualmt einem abends der Schädel.“ Doch er stellte klar: „Zuhause ist es mit drei Kindern recht lebhaft, da habe ich vor dem Trubel im Rathaus keine Bange.“

Ob denn alle Familienmitglieder hinter der Kandidatur gestanden hätten, wollte Nagel wissen: „Ich sage es mal so - je jünger, umso begeisterter“, erzählte Näser. Doch es ging auch um Ernstes: Potential gäbe es in der Region. Jedoch habe man zu viele gute Junge weggegeben. „Wir müssen für mehr Lohn und Brot sorgen.“

14 Mitarbeiter beschäftigt die Brauerei Haaß in Treysa. Eckhard Haaß leitet das Unternehmen in vierter Generation. Vier Sorten werden gebraut, 700 000 Liter im Jahr. Die Schwalm sei nach wie vor eine Biertrinker-Gegend: „Bier ist ein Grundnahrungsmittel.“ Das beweise die Historie. „Früher war das Gasthaus dicht bei der Kirche - dann ging es nach dem Gottesdienst dahin, wo die Gesangbücher Henkel hatten.“ Näser verriet: „Ich greife gern auf einheimische Produkte zurück.“ Humorige Einblicke lieferte auch Jens Koch. Auf die Frage, wie es in der Kirche mit dem Singen aussehe, antwortete der Kantor: „Erstmal müssen sie froh sein, wenn der Pfarrer singen kann.“ Doch der Kantor ermutigte.

Singen kann jeder lernen

„Singen kann jeder lernen. Stimmbänder sind ein Muskel, den man trainieren kann.“ Musik spreche Menschen auf einer anderen Ebenen an. „Das ist ein Riesen-Potential.“ Das bewies Koch sogleich mit Gesang und Klavierbegleitung und schickte Zuhörer und Gäste in die Schwälmer Pause. Die gestaltete sich genüsslich - bei Haaße-Bräu und netten Gesprächen. (zsr)

Quelle: HNA

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