Zeichnungen von Rolf Henn sind in einer Dauerausstellung im Grauen Turm zu sehen

Bilder erzählen Geschichte

Erläuterungen zu den Bildern: Dr. Ulrich Skubella (rechts) hatte einige Texte selbst übersetzt.

Fritzlar. Es sind keine romantisierend-verklärenden Bilder, die seit vergangenem Wochenende im Grauen Turm von der Zerstörung Fritzlars vor 780 Jahren erzählen. Dafür wäre der Zeichner und Karikaturist Rolf Henn, der sie anfertigte, auch der falsche Mann gewesen.

Drastisch, gewalttätig und emotional war das, was 1232 vor und in den Mauern der Dom- und Kaiserstadt geschah und von dem der Chronist Wigand Gerstenberg erzählt. Entsprechend deutlich setzte Henn, der auch unter seinem Künstlernamen Luff bekannt ist, die Szenen zeichnerisch um.

Ob die Schlägerei mit dem Abt der Klosters, das kein Geld an den Mainzer Erzbischof zahlen wollte, oder die Fritzlarer Frauen, die dem abgeschlagenen Heer von den Zinnen ihrer Stadt den blanken Allerwertesten vorhielten – was die Stadtführer sonst nur mit Worten schildern konnte, zeigen die neun Darstellung im 2. Stock des Wehrturmes jetzt .

Die Idee für die Wigand-Gerstenberg-Etage hatte der Verein Pro Fritzlar, doch bislang fehlte das Geld für die Umsetzung. „In diesem Jahr kam Bewegung in die Sache“, berichtete Vereinschef Dr. Ulrich Skubella bei der Eröffnung am Freitagabend, denn die Kulturstiftung der Kreissparkasse stellte 5000 Euro zur Verfügung.

Rolf Henn, der am Freitag und am Samstag bei der öffentlichen Vorstellung die Besucher kostenlos porträtierte, hatte nach Gerstenbergs Schilderungen neun Zeichnungen angefertigt, die vergrößert und auf Acrylplatten aufgezogen wurden. Mit entsprechenden Erläuterungen sind sie dauerhaft im Grauen Turm zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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