Verkehrswacht Hessen klärte Schüler der KHS über Risiken im Straßenverkehr auf

Bilder schaffen Eindrücke

Fritzlar. Sie kam von der Fahrbahn ab, raste ungebremst in einen Baum und starb. Das Unglück, dass sich vergangenes Jahr bei Treysa ereignet hatte, hätte wohl verhindert werden können, wenn die 23-jährige Fahrerin nicht mit Sommerreifen über die schneebedeckte Straße gefahren wäre.

Mit Fotos des Unfallwagens machte Verkehrspolizistin Nicole Viehmann den Schülern des 13. Jahrgangs der König-Heinrich-Schule (KHS) deutlich, wie schnell Leichtsinn im Straßenverkehr tödlich enden kann. Der Schock bei den jungen Leuten saß tief. „Die Bilder wirken auf jeden Fall nachhaltiger als Unfallstatistiken und regen zum Nachdenken an“, erklärte Schüler Chris Neurath.

Die Altersgruppe von 18 bis 24 ist die gefährdetste unter den Risikogruppen, wenn es um Verkehrsunfälle geht. „Allein im Schwalm-Eder Kreis verursachte diese Gruppe im vergangenen Jahr 741 Verkehrsunfälle“, machte Viehmann den Fahranfängern deutlich. Auch zwei KHS-Schüler waren kurz hintereinander in Verkehrsunfälle verwickelt. Deshalb besucht die Verkehrswacht Hessen regelmäßig Oberschulen, um jungen Menschen die Gefahren im Straßenverkehr näherzubringen und sie für ein sicheres Fahren ohne Alkohol und Drogen zu sensibilisieren.

Lernen durch erleben

Da man durch Erleben besser lernt, bekamen die Schüler die Möglichkeit, die Gefahren praktisch kennenzulernen: Ein Rauschbrillenparcours, der einen Alkoholgehalt von bis zu       1,5 Promille simuliert, musste durchquert werden. „Das war überraschend überwältigend“, staunte Chris Neurath nach seiner Rauschbrillenerfahrung. „Ich hätte nicht gedacht, dass man sich so stark konzentrieren muss, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Es war ein Gefühl völliger Wahrnehmungslosigkeit.“

Auch der Gurtschlitten hinterließ bei den Oberschülern mächtig Eindruck: Ungebremst mit einer Geschwindigkeit von gerade einmal fünf Kilometern pro Stunde fuhr Carina Käfer den Schlitten hinunter. Am Ende kam sie durch einen Aufprall zum Stehen. „Die Wucht des Aufpralls war stärker als gedacht, außerdem drückte der Sicherheitsgurt ziemlich stark“, beschrieb sie ihr Erlebnis mit dem Gurtschlitten.

Ein Aktionstag kostet rund 2000 Euro. Vielen Schulen fällt es schwer, dieses Geld aufzubringen. Ermöglicht hat das Sicherheitstraining an der KHS die VR-Bank Schwalm-Eder, die sämtliche Kosten übernahm, wie Lehrer Bernd Benedikt erklärte.

Von Daniel Göbel

Quelle: HNA

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