Bildungsträger müssen Angebote einstellen - Im Landkreis fehlen Millionen Euro

Schwalm-Eder. Die Arbeit der fünf großen Bildungsträger im Landkreis ist gefährdet. Das sagt Udo Amling, Fachbereichsleiter Bildung und Wissenschaft bei Verdi.

Nicht nur der Ausbildungsverbund werde Angebote abbauen müssen, auch das Beiserhaus (Knüllwald), Hephata (Schwalmstadt), die Jugendwerkstatt (Felsberg) und der Starthilfe Verein in Mörshausen, prognostiziert Amling. Im Schwalm-Eder-Kreis fallen im Jahr 2011 allein bei den Leistungen zur Eingliederung in Arbeit 2,5 Millionen Euro weg. Der Etat des Job-Centers sei um fast 30 Prozent gekürzt worden, sagt Amling.

„Nur weil das Geld nicht mehr da ist, verschwinden aber die Schwierigkeiten der jungen Menschen nicht.“ Der Gewerkschafter prophezeit eine Verwahrlosung und Zunahme der Hartz IV-Fälle, sollte die Politik ihren Kurs nicht ändern.

„Es ist eine Entwicklung, die wir sehr kritisch sehen“, bestätigt Monika Obijou, Bereichsleiterin Markt und Integration beim Job-Center des Schwalm-Eder-Kreises. Der politische Wille, Menschen aus der sozialen Isolation zu holen, sei nicht ausreichend vorhanden. „Wir wollen Jugendliche in Ausbildung bekommen und nicht in Hartz IV behalten“, sagt Obijou weiter. Von ehemals 60 außerbetrieblichen Ausbildungen, die unterstützt wurden, seien gerade noch zehn Plätze geblieben. „Der Bedarf ist aber deutlich höher, und für die Bildungsträger sind solche Angebote nicht ausreichend, um zu überleben.“

Dem Job-Center seien aber die Hände gebunden, es fehle schlicht an Geld. „Wir würden auch gerne Umschulungen zu Altenpflegekräften anbieten und Menschen aus der Langzeitarbeitslosigkeit holen.“ Aber Zusagen über eine Förderung von bis zu drei Jahren seien nicht mehr möglich. Aber mit einem Computerkurs oder anderen kurzen Angeboten sei den Menschen nicht geholfen.

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Quelle: HNA

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