Gudensberg: Erste 100.000-Liter-Kuh auf dem Knausthof

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Ehrung für ein Prachtstück: von links Kuh Billi, Mark Weinmeister, Frank Börner, Michael Knaust, Azubi Tim Raschke, Doris Knaust, Elisabeth Knaust, Adolf Knaust und vorne Martin und Sarah Knaust.

Gudensberg. Die Kuh Billi ist nicht einfach irgendein Rindvieh, sie ist eine 100.000-Liter-Kuh.

14 Jahre ist sie alt, steht auf dem Hof von Michael Knaust und seiner Familie in Gudensberg und hat in ihrem bisherigen Leben schon so viel Milch gegeben, dass man damit vier große Milchtankzüge füllen kann – eine Leistung, die nur etwa eine von 5000 Kühen erbringt.

1998 ist sie auf dem Knausthof geboren und dessen erste 100.000-Liter-Kuh. Die Veranlagung hat sie mit in die Wiege gelegt bekommen, denn ihr Stammbaum ist beeindruckend.

Familie: Die jüngste Kuh auf dem Hof erblickt während der Ehrung das Licht der Welt .

Die Stammkuh Bärbel erwarb Adolf Knaust, der Vater von Michael Knaust, 1979 in der Kassel. Zwei Generationen später wurde Kuh Blanka 1988 Siegerkuh auf der Landesrinderschau in Gießen. Und auch Billi hat neben der jüngsten Ehrung bereits einige Siege errungen, unter anderem bei der Kreistierschau zum Fritzlarer Pferdemarkt. Billi bringt etwa 800 Kilogramm auf die Waage. Sie wurde von einer Bewertungskommission vor einiger Zeit mit „Exzellent“ ausgezeichnet, denn formalistisch hat sie weit mehr zu bieten, als nur Standard. Euter, Klauen, Beine und der gesamte Körperbau erfüllen bei Billi sehr hohe Ansprüche, das betonte Jost Grünhaupt, Zuchtleiter vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) anlässlich der Ehrung am Freitag. Der Kreisvorsitzende der Rinderzüchter, Ottfried Wagener und Zuchtberater der Zucht- und Besamungsunion Hessen, Wilhelm Albert, sprachen die Ehrung aus, zu der auch Staatssekretär Mark Weinmeister und Gudensbergs Bürgermeister Frank Börner gekommen waren.

Zehnfache Mutter

Billi hat in ihrem Leben jedoch noch mehr geleistet: Zehn Kälbchen hat sie zur Welt gebracht, sechs Bullen und vier Kühe. Die Bullen sind in die Zucht gegangen und die Töchter leben mit 130 weiteren Kühen auf dem Knausthof. Und während draußen die Ehrung stattfindet, werden im Stall schon die nächsten Kälbchen geboren.

„Billi ist eine Boss-Kuh“, erklärt Knaust. Damit meint er den dominanten Charakter des Tieres. Schon in der Jugend wusste sie, wie man sich im Stall und auf der Weide Respekt verschafft. Selbst vor den weiblichen Mitgliedern der Familie Knaust macht sie nicht halt. Noch heute bekommen die Frauen einen kleinen Schubs mit dem Kopf, wenn Billi Konkurrenz wittert. Aber das nimmt ihr keiner übel.

Sohn Martin Knaust, der den Betrieb von Michael Knaust einmal übernehmen wird, versicherte, die Kuh Billi bleibe auf dem Hof und bekomme dort ihr Gnadenbrot.

Quelle: HNA

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