Lotto King Karl spielt in Ottrau: Im Interview erzählt er, warum

„Bin der Jever-Typ“

Die Hände zum Himmel: Gerrit Heesemann alias Lotto King Karl kommt nach Immichenhain. Foto: dpa

Immichenhain. In Immichenhain findet heute Abend ein Spitzenspiel der besonderen Art statt: Lotto King Karl, Rockmusiker, HSV-Stadionsprecher und Hamburger Original, gibt mit seinem Bühnenpartner Carsten Pape ein Konzert in der Alten Schuhfabrik. Eingeladen hat das Duo der HSV-Fanclub 38/50 Schorbach, der sein zehnjähriges Bestehen feiert. Einlass ist um 20 Uhr. Karten gibt es für zehn Euro an der Abendkasse.

Im Interview erzählt Lotto King Karl, wie er einen Freund im Schwalm-Eder-Kreis gefunden hat und wie er sich die Begegnung zwischen Bayern und seinem HSV am heutigen Samstagnachmittag vorstellt.

Lassen Sie uns erst einmal über etwas Wichtiges reden: Fußball. Wie spielt der HSV heute gegen den FC Bayern?

Lotto King Karl: Es war vielleicht noch nie so einfach gegen die Bayern zu spielen wie jetzt. Bei dem Getöse um den bevorstehenden Trainerabgang von Armin Veh und der Unruhe in der HSV-Führung kann die Mannschaft eigentlich befreit aufspielen. Sie hat nichts zu verlieren. Zudem waren die Bayern bei den letzten Spielen echt schlecht – da war auch die neue Frisur von Mario Gomez nicht hilfreich. Mein Tipp: 0:1 für den HSV.

Wie kommt es, dass eine Hamburger Ikone in Immichenhain auftritt?

Lotto: Im November 2009 war ich für eine Sport1-Sendung in einem Nest in der Region (Anm. der Redaktion: Oberaula-Friedigerode) zu Gast. Dort sollte ich als Moderator Michael Euling überraschen, der ein HSV-Museum eingerichtet hat. Das Drehteam war schon in seiner Wohnung, und dann stand ich plötzlich in seiner Haustür. Da ist er ausgerastet. So entwickelte sich eine Freundschaft zwischen uns. Als das Jubiläum seines HSV-Fanclubs anstand, rief er mich an. Ich hab spontan zugesagt zu kommen.

Aus der Millionenstadt in eine der kleinsten Gemeinden Hessens: Freuen Sie sich?

Lotto: Für Hamburger ist es immer abgefahren, wenn es hügelig wird. Die Schwalm ist für uns wie die Rocky Mountains. Aber ich bin schon eher der Jever-Typ, der mit einem Bier am Strand steht, sich durch den Dreitagebart krault und bis zum Horizont blickt.

Wie schauen Sie Fußball? Lotto: Bei HSV-Spielen: Reden, trinken, schreien – so, wie es sich gehört.

Ihr Vater war Bankangestellter. Wie sieht er Ihre Karriere als Rockmusiker und gern blödelnde Fernsehfigur?

Lotto: Zunächst schon skeptisch, aber ich bin Einzelkind und so gab keine Geschwister, die es hätten besser machen können. Inzwischen kommen meine Eltern aber gerne zu meinen Auftritten.

An Ihrer Person scheiden sich die Geister: Die einen finden Sie brillant, die anderen nervig. Warum ist das so?

Lotto: Carsten Pape und ich sind gerne Außenseiter: Wir machen bewusst Blödsinn, sind schmerzhaft und nicht wahnsinnig modern. Optisch machen wir auch wenig her. Wir folgen einem Antrieb und keinem Marketingkonzept.

Wer wird Meister?

Lotto: Dortmund – das war auch zu Saisonbeginn einer meiner Geheimfavoriten.

Von Bastian Ludwig

Quelle: HNA

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