Mitarbeiter schreiben, fotografieren und drucken selbst

Binsförther Dorfzeitung beschäftigt sich mit Zukunft des Ortes 

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Das Team der BinZ: von links Oliver Claus, Wolfgang Wiese und Claudia Druhm-Schmidt, hinten Doris und Volker Küllmer.

Binsförth. Wo Binsförth liegt, das weiß Frank-Walter Steinmeier vermutlich nicht so genau, schon eher, dass der Ort eine eigene Zeitung hat. Denn die hat ihm Wolfgang Wiese mitgegeben, als Steinmeier im Sommer im Schwalm-Eder-Kreis unterwegs war.

Seit zwei Jahren erscheint einmal im Quartal eine zwölf Seiten starke Ausgabe der Binsförther Zukunft, kurz BinZ. Der Name der Zeitung steht auch für das, worum es inhaltlich in erster Linie geht: Die Zukunft des Morschener Ortsteils. Demographischer Wandel, strukturelle Probleme, leere Gemeindekassen - das sind Probleme, die es auch in Binsförth gibt.

Wolfgang Wiese, Doris Küllmer, Volker Küllmer, Claudia Druhm-Schmidt und Oliver Claus berichten regelmäßig über Ideen und Möglichkeiten in ihrem Dorf, um diesen Entwicklungen entgegen zu wirken. "Wir werden keine Wunder bewirken", sagt Wolfgang Wiese, "aber vielleicht können wir das eine oder andere Thema so ins Bewusstsein der Einwohner rücken." Wiese war es, der vor zwei Jahren die Idee zu einer eigenen Dorfzeitung hatte.

Das Team der BinZ schreibt, fotografiert, layoutet und druckt die Zeitung selbst. "In anderthalb Stunden vor dem Fernseher sind die 120 Exemplare gefaltet", sagt Oliver Claus und lacht. Er gestaltet auch regelmäßig das Titelblatt der Zeitung. Wer die Ausgaben der BinZ durchblättert, merkt schnell, dass es nicht darum geht, über Missstände zu lamentieren, sondern Diskussionen anzustoßen und die Vorteile des Dorfes in den Vordergrund zu stellen. So hat die BinZ zum Beispiel über den Kanutourismus berichtet, die Möglichkeiten der Windkraft in Binsförth und das kulturelle Leben im Dorf.

Die Gewerbetreibenden Binsförths werden genauso vorgestellt wie Geocaching - dabei wird mit GPS-Gerät statt mit Karte und Kompass gewandert. Aus der BinZ erfahren die rund 270 Einwohner des Dorfes welche Aktionen im Ort geplant sind und was man gemeinsam auf die Beine gestellt hat. Auch Themen wie Mundart haben einen Platz. "Denn auch Brauchtum gehört zur Zukunft", sagt Claudia Druhm-Schmidt. Seit sie für die BinZ schreibt, habe sie einen ganz anderen Blick auf ihr Dorf.

Immer vier Wochen vor dem Erscheinen der nächsten Ausgabe setzt sich das Team zusammen und bespricht die Themen. "Da wird auch schon mal heftig diskutiert", sagt Volker Küllmer. Die 9. Ausgabe wird in Kürze erscheinen. Themen werden unter anderem die Abwassergebühren und die Zukunft des Dorfgemeinschaftshauses sein.

Für die Zukunft der Dorfzeitung wünscht sich das Team, dass sich noch mehr Binsförther für die BinZ engagieren. Kontakt: Oliver Claus, Tel. 0 56 64/6697

Quelle: HNA

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