Bio-Energie-Dorf Wettesingen wächst

+
Kontrolle: Oliver-Marc Mende (links) und Fritz Rappe vom Vorstand der Wettesinger Energiegenossenschaft überprüfen die Werte im bereits bestehenden Blockheizkraftwerk.

Wettesingen. Es ist ein ehrgeiziges Ziel und dürfte bundesweit Vorbild-Charakter für viele Kommunen und Städte besitzen: Der Breunaer Ortsteil Wettesingen will als Bio-Energie-Dorf in naher Zukunft komplett ohne fossile Brennstoffe auskommen.

Einen großen Schritt in diese Richtung wollen die Verantwortlichen der Wettesinger Energiegenossenschaft (WEG) am kommenden Samstag machen, wenn der symbolische Spatenstich zum Bau des Nahwärmenetzes stattfindet.

Nach drei Jahren Planungen und Vorbereitungen sei dies ein „historischer Tag“ für Wettesingen und die WEG, sagt Vorsitzender Dieter Hösl. Insbesondere aber für die 180 Bürger des Ortes, die sich an der Genossenschaft beteiligt haben. Denn ein Großteil soll noch in diesem Jahr mit Energie aus dem Nahwärmenetz versorgt werden.

Um das ehrgeizige Projekt in die Tat umzusetzen, hat das Vorstands-Team der WEG nicht nur unzählige Stunden ihrer Freizeit geopfert, sondern auch die Firma Viessmann als Generalunternehmer ins Boot geholt. Das Wissen des weltbekannten Heiztechnik-Herstellers sei neben der Eigenleistung durch die Mitglieder ein großer Vorteil, sagt Hösl.

Auch wenn der Spatenstich am Samstag einen „Meilenstein“ für die Genossenschaftsmitglieder darstellt, hat sich in den vergangenen drei Jahren einiges getan: Ein Blockheizkraftwerk wurde bereits gebaut und in Betrieb genommen.

Leitung zum BHKW

Eine Gas-Leitung geht von der bestehenden Biogasanlage am Ortsrand zum BHKW. Dort zusätzlich produziertes Gas wird an das BHKW abgegeben. Die Biogasanlage wiederum wird mit Silage, Festmist und Rüben versorgt, die von Bauern aus der Region stammen. Im Zuge der weiteren Maßnahmen in diesem Jahr werden noch eine Heizzentrale gebaut und der Ausbau des Nahwärmenetzes in großen Teilen umgesetzt.

Das bedeutet konkret, dass zur neuen Heizperiode 2013/14 bis zu 70 Prozent der beteiligten Haushalte mit Wärme versorgt werden. Die Heizzentrale dient dazu, bei Kälteperioden oder in Spitzenzeiten benötigte Wärme zur Verfügung zu stellen. Nach dem Spatenstich am Samstag werden die ersten Leitungen an die beteiligten Haushalte verlegt und so der Ausbau des Nahwärmenetzes vorangetrieben.

Große Einsparungen

Parallel dazu werden in verschiedenen Bauabschnitten die Heizzentrale sowie die restlichen Anschlüsse folgen – damit Wettesingen dem Ziel der Wärmeversorgung ohne fossile Brennstoffe ein Stück näherkommt. Die jährliche Einsparung an Heizöl beträgt laut Hösl 600´.000 Liter, an CO2 gar 1,3 Millionen Tonnen.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare