Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Biogasanlagen vor dem Aus - Neubauten lohnen sich nicht mehr

Wolfhagen. Durch die ab August geplante Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) drohe vielen Biogasbetreibern mittelfristig das Aus, warnt Reinhard Knipker, Geschäftsführer des Maschinenrings Kassel. „Es bricht alles zusammen."

Schon jetzt gehe die Nachfrage nach Anlagen gegen null, da sich ein Neubau durch die schlechteren Vergütungen, die der Bundestag noch beschließen müsse, nicht mehr lohne.

Reinhard Schulte-Ebbert, Geschäftsführer der größten Biogasanlage im Landkreis Kassel, der Biogas Wolfhagen GmbH, findet noch deutlichere Worte: „Das neue Gesetz ist gleichbedeutend mit einer Zwangsstilllegung der Anlagen. Die technische Weiterentwicklung werde komplett ausgebremst. Die Biogasbetreiber hätten Investitionsentscheidungen für die Zukunft getroffen und nun würden die Spielregeln einfach verändert.

Die EEG-Reform sorgt in Wolfhagen noch für ein weiteres Problem: In diesem Jahr soll die Wärmeversorgung für die Wilhelm-Filchner-Schule und das Schwimmbad starten. „Wir haben jetzt unglaublichen Zeitdruck, dieses Projekt vor August zum Laufen zu bringen.“ Ansonsten entstünden finanzielle Nachteile.

Die befürchtet man auch in Wettesingen, wo ebenfalls das halbe Dorf mit Wärme aus der Biogasanlage versorgt werden soll. Es könne nicht sein, das die innovativen Dorfbewohner am Ende mit Wärmepreiserhöhungen bestraft würden, sagt Biogasbetreiber Ingo Baake.

Viele Altanlagenbetreiber würden in Schwierigkeiten geraten, weil die Vergütung für ihren erzeugten Strom durch die sogenannte Höchstbemessungsgrenze auf eine bestimmte Leistung der Anlage gedeckelt werde. Die darüber hinaus produzierte Energie müssten sie dann an der Strombörse verkaufen. Dafür gebe es vier Cent die Kilowattstunde. „Wenn wir pro Kilowattstunde 12 Cent Futter rechnen, zahlen wir acht Cent drauf“, rechnet Baake vor.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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