Autofahrer gewöhnen sich nur langsam an E10 - Biosprit bleibt unbeliebt

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Kein Kassenschlager: Die Nachfrage nach dem E10-Kraftstoff ist an der Btf-Tankstelle von Michael Schmidt noch immer verhalten.

Wolfhager Land. Noch immer herrscht Misstrauen an den Zapfsäulen im Wolfhager Land. Ein Jahr nach der Einführung von E10 landet der Biokraftstoff nur in etwa jedem zehnten Tank. Das hat eine stichprobenartige Umfrage der HNA bei den Tankstellen in der Region ergeben.

Seit April vorigen Jahres ist E10 im Sortiment der Bft-Tankstelle in Wolfhagen. „Es wird immer noch mäßig angenommen“, sagt Michael Schmidt, Leiter der Tankstelle. Hier betrage der Anteil von E10 am gesamten verkauften Kraftstoff nur fünf bis sieben Prozent. Und das, obwohl der Biosprit zwei bis drei Cent billiger ist als herkömmliches Super-Benzin. „Am Anfang wurde gemunkelt, dass man mit E10 mehr Verbrauch und weniger Leistung hat“, sagt Schmidt. „Für uns war das aber nicht messbar.“

Auch an der Honsel-Tankstelle in Ippinghausen sei die Nachfrage gering, sagt Mitarbeiterin Ginara Bartl: „Wir verkaufen mehr Gas als E10.“

Noch immer ist der Biosprit nicht an allen Tankstellen verfügbar, so zum Beispiel an der Wolfhager Esso-Tankstelle. Die Shell-Tankstelle in Habichtswald und die Star-Tankstelle in Zierenberg halten den Biosprit seit September für die Kunden bereit. Auch hier macht der Verkauf von E10 etwa zehn Prozent des Gesamtabsatzes aus. „Die Nachfrage steigt aber“, sagt Kristina Wiesner von der Star-Tankstelle. „Die Kunden fragen auch kaum noch, ob ihr Fahrzeug E10 verträgt.“ Anders bei Holger Schäfer von der Bft-Tankstelle in Zierenberg. Dort gebe es auch nach einem halben Jahr bei den Kunden noch Unsicherheiten. „Viele befürchten, E10 könnte Motorschäden verursachen“, erklärt Schäfer. „Wir dürfen da aber keine Aussage treffen und verweisen die Leute daher an Werkstätten oder den Fahrzeughersteller.“

Auch bei Peter Cöster in Breuna sind die Kunden noch misstrauisch. „Vor allem ältere Leute fragen oft noch nach, ob sie E10 tanken können“, so Cöster. „Aber junge Kunden sind informiert, viele fahren E10 inzwischen ohne Bedenken.“ Der Absatz des Biokraftstoffes der Aral-Tankstelle liege derzeit bei 15 Prozent.

Schmidt aus Wolfhagen ist gegenüber E10 skeptisch: „Ich würde es selbst nicht tanken. Der umwelttechnische Aufwand für die Herstellung ist zu groß.“

Von Claudia Hempel

Quelle: HNA

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