Mit Bischof vor dem Altar: Kunigunde und Fritz Ramisch feiern heute in Besse ihre Diamantene Hochzeit

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Sie haben sich immer noch lieb und sind glücklich: Kunigunde und Fritz Ramisch aus Edermünde-Besse feiern ihre Diamantene Hochzeit. Foto: Eberlein

Besse. 60 Jahre verheiratet zu sein, das erlebt nicht jedes Ehepaar. Kunigunde und Fritz Ramisch aus Besse feiern heute das Fest der Diamantenen Hochzeit und blicken damit auf eine lange gemeinsame Zeit zurück.

Das erste Mal begegneten sie sich auf der Ederbrücke in Fritzlar. Dass aus der ehemaligen Klosterschülerin der Ursulinenschule und dem jungen Mann, der ursprünglich aus dem tschechischen Leimeritz stammt, ein Paar werden könnte, das wussten sie aber erst bei einer Faschingsfeier in Grebenau im Jahr 1947.

Sieben Jahre sollte es noch dauern, bis sich Kunigunde und Fritz schließlich das Jawort gaben. In der Zwischenzeit machte Kunigunde eine Ausbildung zur Schneiderin und Fritz erlernte den Beruf des Drogisten. 1952 ging er für zwei Jahre nach Bochum und sammelte dort Berufserfahrung, unter anderem im Bereich der Fotografie.

Drogerie ab 1954

Als Berater für Fotoapparate war er schon in der Bochumer Drogerie sehr begehrt, aber auch für sein eigenes Geschäft war dieser Bereich von großer Bedeutung. Eine alte Apotheke in Besse, die Fritz Ramisch Anfang August 1954 übernahm, legte den Grundstock für die wirtschaftliche Selbständigkeit und den Lebensunterhalt der Familie. Zwei Wochen später, am 15. August, wurde geheiratet.

Getraut wurden sie von Kunigundes Bruder, dem heutigen Weihbischof Johannes Kapp. Dieser hatte gerade erst die Priesterweihe empfangen, die Eheschließung seiner Schwester und Fritz Ramisch war seine Erste. „Wir haben damals gescherzt, dass wir es auf ihn schieben werden, wenn es mit uns nicht klappt“, erzählt Fritz Ramisch.

Aber die beiden können heute, wenn sie wieder gemeinsam in der Kirche vor den Bruder und Schwager treten, nichts anderes sagen, als dass alles gut gegangen ist. „Wir haben uns noch immer lieb und sind glücklich“, da sind sie sich einig.

Das Geschäft lief gut, die Kunden im Bereich Fotografie kamen sogar extra aus Kassel zu Fritz Ramisch nach Besse. Aus der Drogerie in Besse machten Ramischs die erste „Do it yourself“-Drogerie in ganz Nordhessen - eine Form des Einkaufens, die in der heutigen Zeit üblich ist, damals aber etwas ganz Neues.

Stolz auf vier Kinder

Vier Kinder erweiterten die Familie. Ramischs sind stolz auf ihre drei Töchter und den Sohn. Alle stehen im öffentlichen Leben, nicht zuletzt die Bundestrainerin der Schwimmer, Birgit Ramisch. Der Schwimmsport spielte immer eine große Rolle in der Familie, Fritz und die Kinder verbrachten viel Zeit im Wasser und am Beckenrand. Nur Kunigunde war für das Schwimmen nicht zu begeistern. Sie sorgte lieber dafür, dass die Kinder außerhalb des Wassers eine gute Figur machten, nähte die Kleider und kümmerte sich in jeder Hinsicht gut um die Familie. Fritz Ramisch engagierte sich sein Leben lang ehrenamtlich in der katholischen Kirche.

Nebenbei fand das Ehepaar aber auch Zeit, um zu reisen. In zahlreichen nahen und fernen Ländern sind sie gewesen. Davon zeugen viele Mitbringsel und ein Bücherregal voller Fotoalben, in denen die schönen Erinnerungen festgehalten sind. Und schöne Erlebnisse hatten sie überall, egal ob an der Deutschen See, in der Ukraine, im hohen Norden Norwegens oder an der Chinesischen Mauer.

Heute feiern sie gemeinsam mit der großen Familie ihren Ehrentag und die gemeinsame Zeit, die sie hatten. Und freuen sich auf das, was noch vor ihnen liegt.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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