Verein Miteinander – Füreinander schafft Tagespflegeplätze

Bischof würdigt neues Leben im alten Pfarrhaus

Vor dem alten Pfarrhaus: Von links Dekan Christian Wachter, Pröpstin Sabine Kropf-Brandau und Bischof Martin Hein. Foto: Quehl

Ottrau. Nicht etwa das kirchliche Gymnasium in Steinatal und auch nicht das Diakoniezentrum Hephata gaben den Rahmen, sondern das ausgediente Pfarrhaus in Ottrau: Dorthin hatte Bischof Martin Hein eingeladen, um über seinen Besuch im Kirchenkreis zu berichten.

Das Gebäude, das wegen des neuen Zuschnitts der Pfarrstellen nicht mehr als Wohnung gebraucht wird, steht nun dem Ottrauer Verein „Miteinander – Füreinander“ zur Verfügung. Regelmäßig finden im angegliederten Gemeindesaal Altennachmittage, Kindergottesdienste und Chorproben statt. In der ehemaligen Pfarrerwohnung wird derzeit umgebaut, um acht Tagespflegeplätze zu schaffen.

Denn, so unterstrich der Bischof: Der demografische Wandel – weniger Menschen, unter ihnen aber mehr Alte – stellt auch die Kirche vor große Herausforderungen. Hein betonte, dass durch diese Entwicklung ein Überhang an kirchlichen Gemeindräumen da sei.

„Viele Gemeindehäuser sind allenfalls zu 30 Prozent ausgelastet, das sind dann sehr teure Immobilien.“

Bischof Martin Hein

Andererseits müsse das Augenmerk stärker auf die alternde Gesellschaft gelenkt werden: „Wir leugnen die Fakten nicht und bieten uns an“, so Hein. „Wir bekennen uns zur ländlichen Region.“

Zu dieser Aufgabenstellung hat die Landeskirche im Verein Miteinander – Füreinander einen ausgezeichneten Partner gefunden. An der Arbeit des Vereins sei abzulesen, dass hier keine Resignation herrsche, sondern das „ortsnahe, nachbarschaftliche Projekt“ beweise viel schöpferisches Potenzial, das gestärkt werden solle. Deshalb hat der Verein auch ein für zwei Jahre tilgungsfrei gestelltes Darlehen in Höhe von 55 000 Euro von der Landeskirche erhalten. Die gleiche Summe kommt vom Land Hessen.

Dekan Christian Wachter erklärte, dass die überzählige Immobilie zuerst ein Haus für die Jugend hatte werden sollen, doch die Umwidmung in einen Treffpunkt für die Generationen sei letztlich viel überzeugender gewesen. Getragen werde der Verein nämlich von 70 Mitgliedern aus der mittleren Generation, ein vorbildliches Beispiel, so Wachter.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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