Bischofferode: Kunden zahlen für schnelles Internet, das gar nicht verfügbar ist

Fühlt sich in die Irre geführt: Jürgen Dilchert aus dem Spangenberger Ortsteil Bischofferode zahlt für Internet mit bis zu 6000 Kilobit pro Sekunde, bekommt aber nur 384 Kilobit. Foto:  Lammel

Bischofferode. Die Internetverbindung in Bischofferode ist etwa auf dem Stand der Technik von 2002. Vor zehn Jahren hat die Telekom in ländlichen Regionen erstmals Verbindungen angeboten, die eine Übertragungsgeschwindigkeit von 384 Kilobit pro Sekunde (kbit/s) möglich gemacht haben.

Bei dieser Geschwindigkeit ist es in dem Spangenberger Ortsteil bis heute geblieben.

Darüber ärgert sich Jürgen Dilchert, der seit 2007 mit dem Call and Surf Comfort Tarif der Telekom im Internet surft. Laut Vertrag steht ihm eine Datenrate von bis zu 6000 kbit/s zur Verfügung. „Diese Geschwindigkeit erreicht aber keiner der Anschlüsse in Bischofferode“, sagt Dilchert. Der 52-Jährige ist aufgebracht, weil er für eine nur theoretisch mögliche Geschwindigkeit bezahle, die ihm gar nicht zur Verfügung stehe.

„Ein Video im Internet flüssig zu betrachten ist doch heute eigentlich selbstverständlich, für uns ist es aber nicht möglich.“ Dennoch zahle er den gleichen Tarif wie Kunden, die tatsächlich auf 6000 kbit/s zugreifen könnten. Von

Erhebungen wie etwa vom Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) hält er für irreführend. Auf dem Portal www.zukunft-breitband.de stellt das BMWi eine Karte bereit, auf der die Verfügbarkeit von Breitbandinternet für einzelne Gemeinden und Ortsteile eingesehen werden kann.

Für Bischofferode wird dort eine 95-prozentige Abdeckung mit einer Datenrate von rund 2000 kbit/s angezeigt - die im Schwalm-Eder-Kreis als Grundversorgung gilt - statt der tatsächlich verfügbaren 384 kbit/s. „Diesen Daten liegen wohl die abgeschlossenen Verträge zugrunde, nicht die tatsächlich verfügbare Technik“, meint Dilchert.

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Von Sebastian Lammel

Quelle: HNA

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