Instrumente für Operationen in Kreisklinik durchlaufen aufwändige Reinigung

Bisher eine saubere Sache

Auf Sauberkeit bedacht: OP-Leiter Wilfried Meyer (links) und Hygienefachkraft Bernd Werdehausen stecken Besteck auf einen Reinigungswagen für Instrumente mit Hohlräumen, die kräftig mit Wasser durchspült werden müssen. Foto: Dietzel

Wolfhagen. Im Klinikum Kassel sind diese Woche Ablagerungen am Operationsbesteck festgestellt worden. Wir waren in der Kreisklinik Wolfhagen, die ebenso wie die Kasseler Klinik zur Gesundheit Nordhessen Holding gehört, dabei, um zu schauen, wie OP-Instrumente gereinigt werden.

Es gibt jährlich circa 2800 Operationen in der Kreisklinik, berichtet Geschäftsführer Bernd Tilenius. Jedes Mal benutzten die Chirurgen ausschließlich frisch gereinigte Instrumente. Das Mehrweg-Besteck komme direkt nach einer Operation in eine Reinigungs- und Desinfektionsmaschine in einen Raum, der sich Zentralsterilisation nennt. Dort arbeitet Ursula Richter, die bei Bedarf von OP-Mitarbeitern unterstützt wird. Jeder ist laut Pflegedirektor Peter Wieddekind durch Fachkundelehrgänge für diese Tätigkeit geschult.

Maschinen zeigen Fehler

„Die Maschinen zeigen eine Fehlermeldung an, zum Beispiel wenn der Wasserdruck nicht ausreicht“, erklärt OP-Leiter Wilfried Meyer. Zweimal im Jahr werden die Geräte kontrolliert: Dann kommen verunreinigte Prüfkörper in die Maschinen. Anschließend untersucht ein externes Labor, ob durch die Wäsche alle Keime verschwunden sind.

Nach jeder Reinigung untersuchen die Mitarbeiter das Besteck auf Rückstände, zum Teil mit einer Lupe. Anschließend werden die Instrumente in Container verpackt und erst danach durch Hitzedampf bei 134 Grad Celsius sterilisiert. Die Container bleiben geschlossen, bis der Inhalt zum Einsatz kommt. Auch dann überprüfen OP-Assistenten und Chirurgen die Instrumente nochmals auf Sauberkeit, betont Meyer. „Es kommt durchaus mal vor, dass jemand nach der Reinigung Ablagerungen feststellt, oder dass Instrumente aussortiert werden, weil sie schon lange in Gebrauch sind“, sagt Wilfried Meyer.

Bei einer Dickdarm-Operation etwa stehen etwa 70 Instrumente zur Verfügung. Von jedem Teil, wie etwa einer Klemme, gibt es vier bis sechs Exemplare, so Meyer. Für jede Operation gebe es eine spezielle so genannte Sterilgut-Einheit, also eine bestimmte Kombination aus Instrumenten. Die Kreisklinik hat etwa 150 verschiedene solcher Container, Instrumentensiebe genannt. Für aufwändige Eingriffe benötigen Chirurgen Zusatzsiebe. Tilenius: „Etwa 5500 solcher Kästen gehen jedes Jahr durch.“

Dass verunreinigtes Besteck am Patienten angewendet wurde, sei in der Kreisklinik in Wolfhagen noch nie vorgekommen, sagt Peter Wieddekind.

Quelle: HNA

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