Geplante Waldkindergartengruppe: Bisher nur eine verbindliche Anmeldung

Abenteuer im Wald: In Homberg soll es vielleicht bald einen Waldkindergarten geben.

Homberg . Auf Bäumen baumeln und Schnecken schubsen, wenn Kinder in der Natur spielen, ist der Tag voller Abenteuer. In Homberg könnte das für maximal 20 Kinder alltäglich werden, denn die Stadt prüft gerade, ob sie nach den Sommerferien eine Waldkindergartengruppe eröffnet.

Bislang gibt es nur eine verbindliche Zusage und die Frist für die Anmeldung läuft am nächsten Freitag ab.Einen Ort im Wald, an dem sich die Kinder tummeln könnten, gibt es schon - bei Wernswig, nahe dem Waldhof.

Der Privatwaldbesitzer und der Jagdbesitzer haben zugestimmt. Erstaunt sind Bürgermeister Martin Wagner und Joachim Bottenhorn , dass es bislang erst eine Anmeldung gibt. "Es gab ursprünglich über zehn Interessenten", sagt Bottenhorn. Ein Grund könnte sein, dass fast alle der neun Kindergärten im Stadtgebiet bereits Waldtage oder -wochen anbieten. Ein anderer, dass die betreffenden Jungen und Mädchen jetzt vielleicht nicht mehr im Kindergartenalter seien, so Wagner.

Das Konzept jedenfalls stehe: Für mindestens drei Jahre, also eine Waldkindergarten-Generation, würde das Gelände gepachtet werden. Jeden Tag verbringen die Kinder, die mindestens drei Jahre alt sein müssen, im Wald. Bei extremen Wetterlagen, könnte die Gruppe im Waldhof Unterschlupf finden. Als Dauerlösung käme auch ein Bauwagen im Wald als Unterstand in Frage. Toiletten sind nicht geplant. "Über eine Art Donnerbalken könnten wir nachdenken", sagt Bottenhorn.

Auch Kinder aus anderen Städten und Gemeinden könnten im Waldkindergarten aufgenommen werden. Die Öffnungszeiten sind von 7.30 bis 12.30 Uhr geplant. Der Beitrag würde zwischen 90 bis 115 Euro kosten. Die genaue Summe stehe noch nicht fest. Eine anschließende Betreuung bis 15.30 Uhr wäre im Kindergarten Wernswig möglich.

Angebot hat Vor- und Nachteile

Zwei Vollzeitkräfte und eine Hilfskraft kommen zum Einsatz. Zum Vergleich: Für eine reguläre Gruppe benötige man anderthalb Kräfte. "Wir müssen niemanden einstellen, sondern haben das Personal dafür", erklärt Wagner. Das Angebot eines Waldkindergartens habe Vor- aber auch Nachteile. Gerade in der Kernstadt gebe es häufig Wartelisten. "Durch das neue Angebot würden sich diese entzerren."

Auf der anderen Seite könnte das Angebot für Kindergärten in den Dörfern eine Konkurrenz sein, denn dort gibt es schon jetzt weniger Kinder und freie Plätze.

Ein teurer, großer Neubau werde für die Waldkindergartengruppe nicht notwendig. Dennoch rechnet Wagner mit einer Investition von bis zu 50.000 Euro. "Pacht, Personalkosten, Bauwagen Bustransport zum Beispiel von Homberg nach Wernswig", zählt er auf. Doch das sei der Stadt die Einrichtung einer solchen Gruppe wert - wenn genug Kinder angemeldet werden. Mindestens 15 müssten es sein.

"Waldkinder entwickeln eine große motorische Geschicklichkeit, sind sehr mit der Natur verbunden und haben ein stärkeres Immunsystem", sagt Bottenhorn. Jetzt liege es an den Eltern, ob es eine Waldkingergartengruppe geben und die Tage voller Abenteuer zur Wirklichkeit werden.

Weitere Informationen: Kita Osterbach, Ulrike Wittenberg, Tel. 05681/3120; Kita Wernswig, Elke Wecke, Tel. 05684/8595.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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