Berthold Arndt malte Zahlen auf die Straße als Hinweis, langsamer zu fahren – Polizei erstattete Anzeige

Ein bisschen Farbe gegen Raser

Neumorschen. Sie sind nicht zu übersehen. Seit Schulbeginn leuchten sie in weißer Farbe auf der Binsförther Straße: 13 mal hat Berthold Arndt die Zahl 30 aufgemalt.

Der 69-Jährige Malermeister will damit für mehr Verkehrssicherheit sorgen und Autofahrer daran erinnern, langsamer zu fahren. „Ich mache das zur Sicherheit der Kinder. Die Autos rasen manchmal hier durch, dass die Funken fliegen“, sagt Berthold Arndt.

Die Nachbarn finden seine Initiative gut. Die Melsunger Polizei weniger. Sie hat nachgehakt. Auf Anfrage einer Polizistin hat sich Arndts siebenjähriger Enkel verplappert: „Der Opa war’s.“

„Die Geschwindigkeitshinweise haben wirklich was gebracht. Die Autos fahren langsamer.“

Eventuell muss er die Zahlen wieder von der Straße entfernen. „Das will ich eigentlich nicht. Die Geschwindigkeitshinweise haben wirklich was gebracht. Die Autos fahren langsamer“, sagt er. Berthold Arndt versteht deswegen auch die ganze Aufregung nicht. Die Binsförther Straße sei sowieso eine 30er-Zone. Sie ist nicht nur abschüssig, es gibt dort auch keinen Bürgersteig. „Der Schulbus hält oben am Straßenende und die Kinder müssen die komplette Straße runter laufen. Ich habe schon öfters beobachtet, dass die Kinder zur Seite hüpfen, wenn mal wieder ein Auto- oder Radfahrer vorbeirast.“

Bereits zum dritten Mal hat der Malermeister die Zahlen mit Fassadenfarbe aufgepinselt. „Die ist in ein paar Monaten sowieso wieder abgewaschen“, sagt der 69-Jährige. Bisher hat es keinen gestört.

Schließlich weisen sonst nur drei kleine Verkehrsschilder auf die Geschwindigkeitsbegrenzung hin. „Und die sind schlecht platziert, teilweise von Büschen zugewachsen und kaum zu erkennen“, betont Arndt.

In der Vergangenheit hätten er und seine Frau Prasong-Ann sich schon öfters mit den Behörden auseinandergesetzt. Doch es sei nichts passiert – es gebe weder eine Blitzanlage, noch eine „offizielle 30“ auf der Straße.

Quelle: HNA

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