Helmut Doublier (63), Schulleiter der Steinwaldschule, geht in den Ruhestand

Blech spielt große Rolle

Lenkte dreieinhalb Jahre die Geschicke der Schule: Helmut Doublier ist Leiter der Steinwaldschule in Neukirchen, morgen wird er in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Rose

Neukirchen. Seine erste Amtshandlung außerhalb der Schule wird eine Reise nach Australien sein – das steht für Helmut Doublier schon fest. Dreieinhalb Jahre lenkte der 63-Jährige die Geschicke der Steinwaldschule in Neukirchen: Jetzt geht er in Ruhestand.

Der Ottrauer, der leidenschaftlicher Musiker ist, entschied sich auf Anraten des Vaters für das Lehramtsstudium: „Bereut habe ich es nie“, sagt der Pädagoge mit der ungewöhnlichen Fächerkombination Physik und Musik. Seine erste Stelle trat er 1978 an der Hochlandschule an, wo Doublier bis 1983 tätig war. Danach wechselte er als Schulleiter nach Oberaula. Um pädagogische Entwicklungen mit zu gestalten, wechselte der Ottrauer 1998 ins staatliche Schulamt nach Fritzlar. „Wenn man die Behörde als Serviceunternehmen versteht, kommt man gut zurecht“, sagt Doublier. „Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt.“ 2009 trug man den Wunsch an ihn heran, die Schulleitung in Neukirchen zu übernehmen. „Ich wäre von mir aus nie auf die Idee gekommen“, sagt der Pädagoge.

Als eine der größten Herausforderungen an der Schule beschreibt Doublier den personellen Wandel der vergangenen Jahre: „Ich habe 26 Kollegen in den Ruhestand verabschiedet, 14 neue kamen.“ Auch der Bau der Mensa, die Sanierung und das Schuljubiläum hätten Kraft gebraucht: „Aber das Klima ist ok, ich hab den Kopf noch dran.“ Was jetzt noch zu machen sei, könnten die Kollegen gut allein. Wie er zuhause vom Chef zum Untertan werde, daran müsse er jetzt arbeiten.

Die Aufgaben als Schulleiter habe er als facettenreich empfunden. Immer wichtiger werde hierbei die Rolle des Konfliktmanagers – sei es unter Kollegen, sei es bei Schülern. „Das Internet verändert die Kinder“, ist Doublier überzeugt. „Das Konfliktpotenzial ist außerhalb von Schule, wird aber in die Schule hinein getragen.“ Aber in der ländlich geprägten Gegend „springen die Bälle zum Glück noch flach“.

Musik und Sport als Hobbies

Bälle spielen in Helmut Doubliers Freizeit keine so große Rolle: Dafür Blech. Der Ottrauer spielt bei der Gruppe blech.quadrat. „Es ist eine gute Band – ohne Einzelkämpfer.“ Künftig wolle er sich sportlich mehr betätigen, häufiger mit den drei Hunden unterwegs sein. Die Familie ist sein Mittelpunkt. Neben zwei eigenen Kindern haben Doubliers ein Adoptiv- und drei Pflegekinder. „In der Familie habe ich allein durch diese Konstellation viel gelernt. Ich nehme meine Mitmenschen ernst – und war damit immer gut beraten.“ Mittlerweile gibt es drei Enkelkinder. Zwei von ihnen leben in Australien.

Ein bisschen schwer fällt Helmut Doublier der Abschied schon: „Aber mittlerweile ist das lachende Auge deutlich größer als das weinende.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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