Risiko in Leitungswasser

Blei-Grenzwerte gesenkt: Innung bietet Informationen an

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Austausch ratsam: Alte Bleirohre in der Trinkwasserversorgung sollten durch neue Installationen (Foto) ersetzt werden.

Schwalm-Eder. Trinkwasser steht im Schwalm-Eder-Kreis in hoher Qualität zur Verfügung, doch in vielen älteren Häusern fließt es noch durch Bleirohre und das bedeutet Gesundheitsrisiken. Die Höchstwerte für Blei im Trinkwasser sind zum 1. Dezember noch einmal gesenkt worden, auf zehn Mikrogramm pro Liter.

Bisher waren 25 Mikrogramm zulässig. Eine Reparatur der Bleirohre sei vom Gesetzgeber bereits untersagt worden, nach der Absenkung bleibe nun nur der Austausch, heißt es in einer Pressemitteilung der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik.

Die Nachfrage nach Ersatz für die Bleirohre sei dennoch eher gering, meint Innungsobermeister Arno Hucke (Freudenthal). "Wir tauschen Bleirohre meist nur bei Schäden aus oder, wenn ohnehin umfangreiche Arbeiten geplant sind. Ansonsten wird das Thema trotz Information durch die Innungsbetriebe und Wasserwerke vom Kunden zurückhaltend behandelt", fügt er hinzu.

Angesichts des zu erwarteten Aufbruchs sei dies eine durchaus nachvollziehbare Einstellung, aber man solle die Angelegenheit nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, sonst seien Gesundheitsschäden und Haftungsfragen programmiert.

Es sei auch keine Lösung, das Wasser vor dem Gebrauch etwas länger laufen zu lassen, denn dadurch werde der Bleigehalt des Trinkwasser lediglich reduziert. Einen effektiven Schutz biete das nicht, besonders für Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder sei Blei im Trinkwasser problematisch.

Die Aufnahme kleiner Mengen könne bereits das Nervensystem oder die Blutbildung beeinträchtigen. Darauf habe das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft in der Broschüre "Blei und Trinkwasser?" hingewiesen.

Von Fachleuten werde empfohlen, besser abgepacktes Wasser zu verwenden als Wasser aus den Bleirohren. Wenn sich die Hausbesitzer nicht sicher seien, ob die Rohre aus Blei sind, könne das örtliche Wasserwerk oder ein Innungsfachbetrieb weiterhelfen. Mit einer Wasserprobe kann der Bleigehalt genau ermittelt werden.

Der neue Grenzwert liege mittlerweile so niedrig, dass Häuser mit Bleirohren die Werte überschreiten, befürchtet Obermeister Hucke.

Besonders für Vermieter könne dies schwerwiegende Folgen haben. Bei der Neuvermietung sei der Vermieter für Trinkwasserqualität verantwortlich und damit entsprechend haftbar. Grundsätzlich gelte: Im Haus ist der Eigentümer verantwortlich. Für die Zuleitung vom öffentlichen Wassernetz in der Straße bis zur Wasseruhr ist der Wasserversorger zuständig. (hro)

Informationen: www.sanitaer-innung-schwalm-eder.de

Quelle: HNA

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