Familienzentrum hat seinen Standort weiterhin im ehemaligen Krankenhaus

Wissen die Angebote des Familienzentrums in Homberg zu schätzen: Yvonne Gross aus Homberg und ihr Sohn Lenard. Foto:  Grob/nh

Schwalm-Eder. Mut, Gelassenheit, Anerkennung, Wissen – all das wollen das Familienzentrum und die Elternschule Schwalm-Eder vermitteln. Seit knapp zehn Jahren ist der Verein in den Räumen am ehemaligen Klinikum Homberg zu finden. Und dort will er auch nach dessen Schließung in der vergangenen Woche bleiben.

Damals, im Januar 2001, sei zwar die Nähe zu Frauenklinik und Geburtenstation entscheidend für die Wahl des Domizils gewesen, sagt die Sozialpädagogin Gudrun Mertens. Doch auch nach der Schließung der Klinik bleiben die Räume des Familienzentrums eine feste Anlaufstelle für viele Eltern aus dem Landkreis.

Es fehlt die Anerkennung

Und auch die Sozialpädagoginnen Gudrun Mertens und Christiana Kuhnt, die beide mit je einer halben Stelle beim Verein angestellt sind, tun weiter das, was ihnen am Herzen liegt: Eltern in ihren Erziehungsfähigkeiten stärken und bestätigen.

Die Angebote von Familienzentrum und Elternschule stoßen auf großes Interesse: „Viele Eltern haben erkannt, wie wichtig es ist, die Persönlichkeit des Kindes zu stärken,“ sagt Gudrun Mertens. Doch auch wenn sich das Bewusstsein vieler Väter und Mütter fürs Thema Erziehung verändere, so seien ihm doch Grenzen gesetzt: Familienarbeit werde gesellschaftlich immer noch nicht anerkannt. „In Deutschland wird alles in bare Münze umgerechnet – aber das funktioniert nicht, wenn es um Kinder geht,“ sagen die Pädagoginnen.

Sie möchten vor allem eines: Eltern mehr Gelassenheit im Umgang mit den Kindern geben. „Junge Mütter erhalten oft nicht nur wenig Anerkennung, sondern im Gegenteil, auch viel Kritik“, sagt Mertens. Viele Bereiche des täglichen Lebens blieben heute auf der Strecke.

Fragen, die man früher in der Großfamilie hätte stellen können, blieben für junge Frauen heute unbeantwortet. „Deshalb geht es uns auch vor allem darum, das Augenmerk der Eltern auf deren eigene Talente und Fähigkeiten zu legen“, sagt Christiana Kuhnt.

Austausch ist wichtig

Und das von Anfang an: Die Elternschule will nah dran sein. Auch an den Wöchnerinnen, die früher nur wenige Schritte entfernt in der nahen Geburtsstation waren, die sie heute aber am Klinikum in Schwalmstadt besuchen. Das bedeutet längere Wege, ist aber ein wichtiges Anliegen. Frisch gebackene Eltern haben immer einen ganzen Sack voller Fragen, so die Erfahrung.

Die werden auch bei den Treffen mit Gleichgesinnten beantwortet: „Ein solcher Austausch unter Eltern hat eine ganz andere Qualität als das Chatten im Internet“, sagt Mertens. Auch auch die Arbeit des Zentrums habe Qualität: „Wir leiten hier keine Selbsthilfegruppe, sondern leisten sozialpädagogische Arbeit.“

Im Familienzentrum, sagen die beiden, gebe es viele Angebote und Informationen. Und vor allem Rat und Hilfe, wenn die Nerven von Eltern blank liegen und sie einfach mal ein offenes Ohr brauchen. Familienzentrum und Elternschule: Melsunger Straße 11, 34576 Homberg, Tel. und Fax 0 56 81/98 91 25, www.familienzentrum-schwalm-eder.de

Quelle: HNA

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