Thomas Weil präsentiert am Sonntag seine denkmalgeschützte Hofanlage

Ein Blick auf alte Mauern

Haus an der Ohe: Thomas Weil achtet bei der Renovierung seines denkmalgeschützten Hauses in Spieskappel auf historische Korrektheit und Detailtreue. Foto: Bernhardt

Spieskappel. „Im Rückblick habe ich manchmal den Eindruck, als hätte dieses Haus auf uns gewartet“, schreibt Thomas Weil in einem Aufsatz zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September. Der 56-jährige Kunsthandwerker und Dozent für Druck und Papier wird dann die Türen des bäuerlichen Landhauses in Spieskappel öffnen.

Seit 13 Jahren wohnt Weil auf dem denkmalgeschützten Hof aus dem Jahr 1842, das er „Haus an der Ohe“ getauft hat. Bereut hat er das nie, betont der Mann, der aus Baden Württemberg stammt und nach ersten Aufenthalten in Nordhessen 1984 nach und nach den Reiz des Landstrichs schätzen lernte. Schließlich machte er sich zusammen mit seiner Frau auf die Suche nach einer ständigen Bleibe und wurde in Spieskappel fündig.

Nie umfassend modernisiert

Weil faszinierte an dem Anwesen besonders, dass es in klassischer Fachwerkbauweise errichtet und nie umfassend modernisiert wurde. Somit habe der Hof viel von seiner originalen Substanz bewahrt. 100 000 Euro, so berichtete er im Gespräch mit der HNA, hat er bereits in die Restaurierung gesteckt, dabei traute er sich durch eigene Erfahrung fast alle Gewerke selber zu, nur Elektronik- und Sanitärarbeiten ließ er lieber von Profis übernehmen.

Öffnen will Weil sein Domizil, um zu zeigen, was man aus einem alten Wohnhaus mit viel Einsatz herausholen kann. Dabei arbeitet er besonders im Obergeschoss akribisch, achtet auf historische Korrektheit und Detailtreue. So wurden die alten Eichenfußböden freigelegt und original Beschläge aus damaliger Zeit an den Türen angebracht.

Besonders überrascht sei er über die breiten Eichendielen gewesen, seien diese doch ein Zeichen höfischer Innenraumgestaltung. „Hätte ich jedoch nicht einen Großteil der Arbeiten selbst übernehmen können, wäre das Projekt nicht finanzierbar gewesen“, weiß Weil.

Ein günstiger Umstand war außerdem, dass sein Bruder in seiner Freizeit gerne schreinert und ihn so unterstützte, etwa Türen, Fenster und sogar Möbel detailgetreu nachbaute. Als Bauholz dienten Bäume vom eigenen 10 000-Quadratmeter-Grundstück.

Restauriert wurden so auch vier Räume, die seit einigen Monaten als Gästezimmer für die eigenen Seminarteilnehmer dienen, etwa das Fontane-Zimmer.

Zur Zeit arbeitet Weil an der Außenfassade seines Hauses, um die historisch grau- blaue Farbgestaltung zu erneuern, im Untergeschoss ist auch noch viel zu tun. Fertig sei er noch lange nicht. Und im Gespräch mit einem Bekannten fand er die Fragestellung auch reizvoll, ob er das überhaupt werden will. (mbx)

Haus an der Ohe, Unterdorf 13 in Spieskappel, geöffnet am Sonntag (11.9.) von 14 bis 17 Uhr, Führungen nach Bedarf

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Quelle: HNA

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