Blick hinter Kulisse bei Petterson und Findus

Aus Torge Busch wird Petterson: Tourbegleiterin Tine Agel hilft den Darstellern beim Schminken und Kostümieren. Fotos: Göbel

Fritzlar. In der Künstlergaderobe riecht man den aufdringlichen und süßlichen Geruch von Theaterschminke. Die Hitze wegen der voll aufgedrehte Heizung macht das Atmen nicht leichter. Die Schauspieler laufen hektisch umher, suchen ihre Kostüme, bereiten sich vor für den großen Auftritt, der in einer Stunde stattfindet.

„Morgen Findus, wird’s was geben“, heißt das Stück über Kater Findus und den Schweden Petterson, das von dem Wittener Ensemble am Freitag in der Fritzlarer Stadthalle aufgeführt wurde. Wir haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen.

Kurzclip: Petterson und Findus

Zwischen den Bergen aus Kleidung und Getränkeflaschen flitzt das Tourmaskottchen Bruno umher. Bruno ist der dreijährige Yorkshire-Terrier von Darsteller Mischa Löwenberg, der sich vom Rest der Gruppe abgekapselt hat. Etwas verlassen sitzt er allein in einem engen Raum und genießt die Ruhe vor dem Sturm. „Gleich geht’s los, macht euch fertig“, drängt Tourmanagerin Tine Agel die vier jungen Schauspieler und greift selbst zum Pinsel, um Torge Busch in Petterson zu verwandeln.

Sie wird zum Kater: Johanna Wagner spielt Findus.

Von freundlichem Miteinander spürt man in diesen Minuten nichts. Johanna Wagner, eine hübsche Mittzwanzigerin, die sich gerade in Kater Findus verwandelt, versucht das Bild geradezurücken. „Wir sind nicht immer so. Eigentlich benehmen wir uns wie normale Menschen“, sagt die Kölnerin lächelnd, ehe sie sich ihre braunen Schnurrhaare zurechtzieht.

Sie schleppen selbst

Die vielen Tour-Tage haben dem Ensemble viel abverlangt. Für Roadies ist kein Geld da, daher müssen die Schauspieler das acht mal acht Meter große Bühnenbild selbst aus dem weißen Transporter hieven und aufbauen.

Das Tourmaskottchen: Mischa Löwenberg mit Hund Bruno.

Aus dem Saal dröhnen derweil tiefe Bässe, der Ton bekommt den letzten Schliff verpasst. Die Zeit drängt: Die ersten Kinder kommen mit ihren Eltern und Großeltern die Treppe in die Stadthalle hinauf. Der Raum füllt sich aber nicht. Nach der dritten Reihe bleiben alle Plätze unbesetzt. Für die Darsteller ändert das nichts. Auch wenige Zuschauer wollen eine gute Show sehen.

Der Vorhang öffnet sich. Hinter einer schneebedeckten Waldkulisse springt Kater Findus hervor. Ausdrucksstark mimt Johanna Wagner den orientierungslosen Kater, der sich scheinbar im Wald verirrt hat. „Hallo, hallo?“, schreit sie verlassen auf der Suche nach Hilfe. Die ratlosen Gesichter der Leute im Publikum zeigen, dass sie noch nicht angekommen sind im Stück. Langsam bricht das Eis und die Schauspieler nehmen das Publikum mit auf eine Reise der Abenteuer von Petterson und Findus.

Für das Ensemble war es die erste Vorstellung in Fritzlar. „Wir kannten die Stadt nicht“, sagt Tine Agel. Bei der Auswahl der Städte sei die Bühnengröße der Halle von Bedeutung, da die Kulisse viel Platz einnehme. Dann geht es weiter: andere Stadt, andere Bühne und ein anderes Publikum. Alltag.

Quelle: HNA

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