Ein Blick in den Krieg

Sicherheitspolitischer Sprecher Nouripour beim Grünen-Neujahrsempfang

Auf das Jahr 2014: Omid Nouripour, Martin Häusling, Dr. Bettina Hoffmann, Hermann Häusling und Daniel May (von links) stoßen auf die Zukunft der Grünen an. Fotos: Yüce

Fritzlar. Deutlicher als die Demonstration der Bürgerinitiative „Schwalm ohne Autobahn“ beim Neujahrsempfang der Grünen Schwalm-Eder am Donnerstagabend hätte man nicht untermauern können, was später Gastredner Omid Nouripour, Sicherheitspolitischer Sprecher der Fraktion im Bundestag, sagte:

„Nach Wahlen muss man bei uns keine Angst haben, dass es zu einem Bürgerkrieg kommt. Ergebnisse werden akzeptiert.“ Gegen Entscheidungen dürfe demonstriert werden.

Ganz anders sehe das in vielen Ländern der Welt aus. So etwa in der Ukraine, „wo die Menschen seit Wochen für Freiheit auf die Straße gehen. Etwas, was für uns selbstverständlich ist.“ Und in Syrien, einem Land, in dem die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit stattfinde. Zudem seien Syriens Nachbarländer überfüllt. „In Libyen leben 1,2 Millionen Flüchtlinge, das Land hat 1,4 Millionen Einwohner“, sagte Nouripour.

„Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Etwas Dankbarkeit dafür würde uns gut tun.“

Eindringlich ging er auf die Situation in Homs ein – eine Region, die seit langem Schauplatz erbitterter Kämpfe ist. „Frauen und Kinder dürften die Stadt verlassen, doch sie bleiben dort, weil sie ihre Männer nicht der syrischen Regierung überlassen wollen.“ Denn das könne in einem riesigen Massaker enden. „Das ist später mal der Stoff für einen Hollywood-Film“, sagte Nouripour bitter. Man wisse nur noch nicht, wie er ausgehe.

Er wisse, dass in Deutschland einige Kommunen mit der Aufnahme von Flüchtlingen überfordert seien. „Es kann nicht sein, dass sie damit alleine sind.“ Vielleicht verändere sich der Blick auf Flüchtlinge und der Ton in der Einwanderungsdebatte, wenn man sich bewusst mache, dass Migranten ein Gewinn für die Volkswirtschaft seien. „Es entstehen nicht nur Kosten, es entsteht auch ein Nutzen.“ Es seien Menschen, die Fähigkeiten und Wissen mit ins Land brächten. „Vielfalt steigere die ökonomische Produktivität.“

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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