Mit dem Blick nach oben

+
50 Jahre Kirche Betzigerode: Anita Müller und Helmut Naumann sowie Pfarrerin Dorothea Wecker (rechts) von der Kirchengemeinde freuen sich auf die Feier am Sonntag. Fotos: Thiery

Betzigerode. Der moderne Sakralbau in dem alten Dorf überrascht. In Betzigerode bauten die evangelische Kirchengemeinde ihr Gotteshaus erst vor 50 Jahren, daher die Optik. Sie feiert dies am Sonntag, 25. Mai, ab 14 Uhr mit einem Festgottesdienst.

So war der Bau, der am 9. Februar 1964 eingeweiht wurde, damals topmodern. Er enthält keine rechten Winkel, viele Linien zeigen außen wie innen nach oben.

Design der 60er-Jahre

Dieses Stilelement weise auf Dynamik und Bewegung hin. „Die Gläubigen werden durch diese Richtung dazu angewiesen, ihre Sinne und Gedanken in die Höhe zur Sphäre Gottes zu bewegen“, erklärt Bad Zwestens Pfarrerin Dorothea Wecker.

Der Kirchenälteste Helmut Naumann meint, am Anfang sei es vielen fast ein wenig zu modern gewesen, viele hätten sich erst einmal an ihre neue Kirche gewöhnen müssen. Er war bei den Arbeiten vor 50 Jahren mit dabei gewesen und erinnert sich, wie er half, das Gelände zu roden. Die neue Kirche entstand gegenüber des Gutshofes, wo sich eine kleine Kapelle befand. Zwei Jahrhunderte hatten die Betzigeröder ihre Gottesdienste in der Kapelle gefeiert.

Sie war im Laufe der Zeit marode geworden und musste dringend saniert werden. Direkt darüber habe sich eine Wohnung befunden. Das habe den Gottesdienst sehr gestört, berichtet Naumann. Die Umstände seien unzumutbar gewesen. Zudem stieg die Einwohnerzahl in dieser Zeit. Der Ort strebte auf.

Glocke vom Gutshof

Die Verbindung zum Gutshof blieb dennoch bestehen. Zwei Jahre nach dem Neubau der Kirche spendete der Gutsherr die Glocke aus der ehemaligen Kapelle der Gemeinde. Seitdem läutet sie, eingelassen in eine Seitenmauer, zum Gottesdienst. Dies ist Aufgabe der Küsterin Anita Müller. 2006 wurden Altar, Taufbecken und Kanzelpult erneuert, Holzkünstler Ernst Groß hatte sie geschaffen. Sie greifen die Elemente des Baus wieder auf, mit ihren asymmetrischen Formen.

89 Menschen wurden seit Bestehen der Kirche dort getauft. Sie alle wurden zum Festgottesdienst am Sonntag eingeladen. Nach dem Gottesdienst, dessen Festrede Dekan Dr. Helmut Umbach hält, gibt es im Dorfgemeinschaftshaus eine Ausstellung zum Thema Taufe.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare