Türkische Gemeinde in Treysa öffnete am Samstag Moschee und Zentrum für Gäste

Ein Blick Richtung Mekka

Beim Rundgang: Köroglu Gün (links), Sprecher der Türkischen Gemeinde, erklärte den Gästen in der Moschee die Ordnung des Gottesdienstes und der Gebete. Fotos:  Rose

Treysa. Zu einem Austausch hatte die Türkische Gemeinde in Treysa am Samstag in die Moschee im Walkmühlenweg eingeladen: Organisiert worden war die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Jugendmigrationsdienst (JMD), der Ostergrundschule, Hephata und dem Jugendzentrum Die Burg. 20 Gäste kamen bei türkischen Spezialitäten miteinander ins Gespräch.

Schon am Vortag hatten Fatma Ögretmen, Sadet Gün, Bahar Kaya, Nilüfer Kaya und Arife Gören die Köstlichkeiten zubereitet: Es duftete verführerisch nach Sarma, Mercimek, Borek und Baklava – gefüllten Weinblättern, einer feinen Linsensuppe, mit Hackfleisch und Käse gefülltem Blätterteig und mit Nüssen und Mandeln gefülltem Filoteig. Der Sprecher der Gemeinde Köroglu Gün empfing die Gäste. „Die Veranstaltung schließt sich an eine Ausstellung im Jugendzentrum an, in der es um Jugendliche mit Migrationshintergrund ging“, verdeutlichte Jutta Tolle (JMD). Den Austausch fördern, einander kennen lernen, den Dialog suchen – das findet auch Köroglu Gün wichtig. „Mehrmals im Jahr organisieren wir Tage der Begegnung.“ Etwa 50 Familien gehören der Türkischen Gemeinde an. Alle Aktivitäten sind ehrenamtlich organisiert. 2006 erwarb die Gemeinde das frühere Lagergebäude: Seit 2008 beherbergt es die Moschee und einen Treffpunkt für Feiertage, Hochzeiten, Feste und den Religionsunterricht.

Die Lehre hat ein hauptamtlicher Imam – das religiöse Oberhaupt der Gemeinde in Nachfolge des Propheten Mohammed – übernommen. Die Moschee selbst wurde mit Keramik aus der Türkei gestaltet: „Die Gebetsstufen dienen zur Predigt beim Freitagsgebet“, erklärte Gün. Die Gebetsnische in der Mitte des Raumes sei nach Südosten, nach Mekka, ausgerichtet – dem wichtigsten Wallfahrtsort der Muslime. An den Wänden sind Schriften aus dem Koran zu lesen, darüber hinaus der Name Gottes – Allah – des Propheten Mohammed und der vier Kalifen. Für Muslime sei das gemeinschaftliche Freitagsgebet Pflicht, sagte Gün. „Alle anderen fünf Gebete des Tages können auch zuhause gemacht werden.“

Gepredigt würde überwiegend in türkischer Sprache, aber auch auf deutsch. „Wir haben viele internationale Besucher, etwa aus Indien, dem Iran Somalia und Pakistan“, verdeutlichte der Sprecher. Das Beten erleichtern spezielle Gebetsperlen – ähnlich aufgebaut wie der katholische Rosenkranz.

Beim Gebet sind Frauen und Männer strikt getrennt: „Keiner soll abgelenkt sein, sondern mit den Gedanken ganz im Gebet“, erklärte Gün. Nach dem Rundgang labten sich die Besucher an köstlichen Süßigkeiten, heißem Tee und bedankten sich für die Gastfreundschaft.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare