Verband der Vermessungsingenieure stellte unbemannte Luftvermessungstechnik vor

Ein Blick auf die Welt von ganz oben

Homberg. Sie summt und fliegt selbstständig durch die Luft. Nur beim Starten und Landen braucht sie Hilfe. Die unbemannte Luftvermessung mit einer Drohne war Thema bei einem Fortbildungsvortrag des VDV (Verband deutscher Vermessungsingenieure), der beim Amt für Bodenmanagement in Homberg zu Gast war.

Das neuartige Vermessungssystem UAV wurde dort vorgestellt. UAV ist eine englische Abkürzung für ein unbemanntes Fluggerät, umgangssprachlich Drohne genannt.

Bisher gab es nur die Bodenvermessung, zum Beispiel per Laser, und die Luftvermessung ab einer bestimmtem Höhe durch Helikopter oder Flugzeuge. Die UAV-Technik schließt die Lücke zwischen den Systemen kostengünstig. Die Technologie nutzt die Baufirma Bickardt aus Kirchheim schon jetzt. Mit dem Fluggerät vermessen die Ingenieure ihre Baustellen.

Flug per Fernsteuerung

Fortbildung für Vermessungstechnik in Homberg: von links Landesvorsitzender des VDV Bernd Sack, Vorsitzender des VDV Bezirks Hessen Nord Udo Grenzebach, Referent Sebastian Siebert von Bickardt Bau und Horst Walter, Leiter der Vermessungsabteilung bei Bickardt Bau.

Die Drohne wird über eine Fernsteuerung geführt, und über einen Laptop erhält die Drohne GPS-Punkte, die sie abfliegen soll. An jedem dieser Punkte schießt die integrierte Digitalkamera Fotos. Mit den Bildern erhalte man durch Computerberechnung ein dreidimensionales Geländemodell und könne berechnen, wie groß beispielsweise Erdbewegungen bei einem Bauprojekt seien, erklärte Sebastian Siebert, Vermessungsingenieur und Referent des Fortbildungsvortrages.

Während der Vermessung steuert der Mann an der Fernbedienung das Fluggerät nicht. Durch die GPS-Daten weiß die Drohne, wo sie sich befindet und fliegt die eingestellten Punkte ab. Nur beim Starten und Landen wird die Fernsteuerung benötigt.

„Ich muss dennoch jederzeit in die Automatik eingreifen können“, sagte Siebert. Das sei rechtlich vorgeschrieben, Siebert muss das Fluggerät immer im Blick haben.

Auch dürfe man nicht höher als 100 Meter fliegen, erläutert der Experte. In dieser Höhe wären auch die Bilder zu schlecht. Eine Akkuladung reicht 15 bis 20 Minuten, damit kann man eine Fläche von 400 mal 400 Metern abfliegen.

Bereits archäologische Bodenfunde im Dezember 2012 entdeckt

Die Niederelsunger Kirche, bereits im 13. Jahrhundert erbaut, ist das weithin sichtbare Wahrzeichen des Wolfhager Ortsteils. Gegenwärtig befindet sich die Kirche in der abschließenden Phase der Innensanierung. Ein genauer Termin der Wiedereröffnung steht in diesem Jahr noch nicht fest. Denn archäologisch bedeutende Bodenfunde aus dem 9. oder 10. Jahrhundert im Dezember und die neuen Funde unter dem Putz der Westwand im Zuge der Malerarbeiten haben den Zeitplan verzögert.

Die Wissenschaftler diskutieren über die genaue Datierung und darüber, ob die Kirche in Niederelsungen sogar mal eine dreischiffige Basilika war - und damit wesentlich größer als die heutige Kirche. Es gibt Indizien, die dies bezeugen. „Für eine einschiffige Kirche ist diese sehr lang und schmal“, erklärt Pfarrer David Bienert. (mel)

Quelle: HNA

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