Katze verschwunden: Familie vermutet, sie sprang ins Paketauto – Paketdienst ratlos

Blinder Passagier gesucht

Sind auf der Suche nach ihrer Katze Lilly (auf dem Foto als Jungkatze und mit Gefährtin Sushi), die seit vergangenem Montag verschwunden ist: Anja Klatt, Robin Klatt und Hermann Kuche. Foto: Pflug

Heimbach. Seit über einer Woche ist die Katze der Familie Klatt/Kuche aus Heimbach jetzt schon verschwunden. „Lilly geht eigentlich nie weit vom Haus weg“, sagt die besorgte Anja Klatt, deren Familie das Familienmitglied auf vier Pfoten schmerzlich vermisst. Klatt ist überzeugt, dass Lilly als blinder Passagier bei einem Boten des Paketdienstes Hermes mitgefahren ist.

Klatt erklärt, dass am Montagmittag vergangener Woche ein Zusteller des Paketdienstes ein Päckchen an sie übergeben habe. Schon da sei ihr die ungewöhnliche Größe des Fahrzeugs aufgefallen, „ein Sprinter war das nicht“.

„Irgendwann habe ich gefragt, was, wenn mein Sohn in den Laster gekrabbelt wäre?“

Hermann Kuche

Erst im Laufe des Nachmittags wurde allerdings klar, Lilly ist nicht da und die Familie begann sich Sorgen zu machen. Nachdem die Suche im Haus und auf dem Hof, der abgelegen am Ortsausgang Richtung Schiffelbach liegt, erfolglos blieb, erweiterte die Familie den Umkreis. Sie sprachen mit Nachbarn und suchten die Straßen in der Umgebung ab, „falls sie einen Unfall hatte“, erklärt Klatt. Auch die Tierärzte und -heime der Umgebung kontaktiert die Familie. Selbst beim Tierregister Tasso sei Lilly, die zur Identifikation einen Mikrochip trägt, gleich als vermisst gemeldet worden.

Nachdem Lilly trotz aller Bemühungen nicht auffindbar war, kam Klatt der Gedanke die junge Katze könnte unbemerkt im Lastwagen des Hermes-Boten mitgefahren sein. „Sie ist ziemlich neugierig und schon ein paar Mal in mein Auto gehopst“, erklärt Klatt.

Sie habe Hermes kontaktiert, um zu erfahren, wo die nächsten Stopps des Fahrer waren, um damit einen Anhaltspunkt für die Suche zu haben. Weder Kundenhotline noch Zentrale hätten ihnen weiterhelfen können. Das macht Anja Klatts Partner Hermann Kuche wütend, „irgendwann habe ich gefragt, was, wenn mein Sohn in den Laster gekrabbelt wäre?“.

Auf Nachfrage der HNA bei Hermes-Pressesprecher Martin Frommhold heißt es, man werde den Fall untersuchen. Tatsächlich wisse man nicht, welche Route der Fahrer an diesem Tag genommen habe. Dazu müsse man erst den Vertragspartner kontaktieren, der für Hermes die Pakete ausfahren lässt. „In solchen Fällen ist es immer ganz wichtig, das Kennzeichen des Fahrzeugs zu kennen“, sagt Frommhold. Daran hat Klatt allerdings nicht gedacht. Schließlich wähnte sie Lilly auf der Pirsch und nicht im Gepäckraum eines Lasters.

Erst nach dem Anruf der HNA erhielt die Familie Daten zur Route. Frommhold teilte mit, der Fahrer habe nichts bemerkt und „ich bezweifele auch, dass da je eine Katze drin war“. Eine Möglichkeit den Fahrer direkt zu kontaktieren hat die Familie noch immer nicht. „Allerdings ist noch ein Paket per Hermes auf dem Weg und wir haben eigentlich immer den selben Zulieferer“, sagt Klatt.

Lillys Verlust belastet die Familie sehr: „Wir sind völlig verzweifelt. Ich kann nicht mehr schlafen und bin letzte Nacht wieder ziellos durch die Gegend gefahren“, sagt Klatt. Auch der dreijährige Robin vermisst seinen Spielkumpanen „ganz doll“.

Von Michaela Pflug

Quelle: HNA

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