Blitz setzte Wohnhaus in Flammen - Bewohnerin von Nachbarn gerettet

Zierenberg. Der Aufmerksamkeit ihrer Nachbarn verdankt eine 89-jährige Zierenbergerin möglicherweise ihr Leben. Während eines schweren Gewitters schlug am Freitag gegen 20.30 Uhr ein Blitz in das 80 Jahre alte Einfamilienhaus der Frau an der Bläser Höhe in Zierenberg ein.

Die Nachbarn auf der gegenüberliegenden Straßenseite, teilte ein Polizeisprecher mit, hatten den lauten Knall wahrgenommen. Kurze Zeit später bemerkten sie Brandgeruch. Als sie aus dem Fenster schauten, sahen sie, dass aus dem Dachstuhl der Nachbarin Flammen schlugen.

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Die aufmerksamen Nachbarn, so der Polizeisprecher, machten alles richtig. Während die 52-jährige Ehefrau sofort die Feuerwehr verständigte, lief der 53-jährige Nachbar mit seinem 21-jährigen Sohn zum Haus der 89-Jährigen. Da die Seniorin schwerhörig ist, hatte sie von dem ganzen Brandgeschehen nichts mitbekommen.

Der 53-jährige brachte die Frau in Sicherheit. Der Sohn und ein weiterer hinzu geeilter Nachbar unternahmen mit einem Feuerlöscher einen Löschversuch, der jedoch fehlschlug. Erst die anrückende Feuerwehr brachte den Brand unter Kontrolle.

Blitz schlug in Wohnhaus ein

Mit elf Einsatzwagen waren die Wehren aus Zierenberg, Oberelsungen und Wolfhagen angerückt. „Der Blitz ist vermutlich in den Schornstein eingeschlagen“, sagte der Zierenberger Stadtbrandinspektor Jörg Staginnus, der den Einsatz der rund 50 Feuerwehrleute leitete.

Das Feuer hatte sich zwischen Ziegeleindeckung und Dämmung ausgebreitet. Zu einem Brand innerhalb des Gebäudes kam es dank des schnellen Einsatzes nicht. Die Feuerwehr, die zunächst noch mit einer Wärmebildkamera nach versteckten Glutnestern unter dem Dach gesucht hatte, entfernte über die Drehleiter der Wolfhager Feuerwehr lose Ziegel und deckte Teile des Dachs ab, um gezielt ablöschen zu können.

Artikel aktualisiert am 29.7.2012 um 9.55 Uhr

Das ebenso herbeigeeilte DRK musste nicht tätig werden, die 89-jährige Bewohnerin war mit einem Schrecken davon gekommen, sie wurde bei Angehörigen untergebracht.

Am Samstag kurz vor 7 Uhr wurden die Einsatzkräfte erneut zur Brandstelle gerufen. Hinter der Isolierung hatte es erneut angefangen zu brennen. Die Zierenberger Kernstadtwehr brachte – unterstützt von Wolfhager Feuerwehrleuten, die erneut mit der Drehleiter nach ZIerenberg kamen – auch dieses Wiederaufflackern schnell unter Kontrolle.

Der Schaden werde auf etwa 100.000 Euro geschätzt, teilte der Polizeisprecher am Sonntag mit.

Von Norbert Müller und Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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