Sicherungsverwahrung: Ziegenhainer sorgen sich um historische Anlagen im Festungsbereich

Bloß kein Betonklotz

Kein Gefängnischarakter: Bis zu 60 Sicherungsverwahrte sollen künftig in einem Neubau am Ziegenhainer Gefängnis untergebracht werden. Foto: privat

Schwalmstadt. In Schwalmstadt wird der geplante Neubau für Sicherungsverwahrte am Ziegenhainer Gefängnis diskutiert. Ziegenhainer sorgen sich, ob sich ein Neubau harmonisch in die historische Bausubstanz der alten Wasserfestung einfügen könnte.

Das Justizministerium erhalte von Seiten der Stadt keinen Freibrief für einen Neubau, erklärte Bürgermeister Wilhelm Kröll. Gewünscht sei nicht wieder ein Betonklotz wie der Erweiterungsbau der JVA, der 1986 fertiggestellt wurde.

Zudem dürfe auch der Paradeplatz durch das Vorhaben nicht belastet werden. Bewohner und Stadt müssten unbedingt in die Planungen mit einbezogen werden. Erst dann gebe es eine endgültige Zusage. Der Arbeitskreis Festung steht dem Gefängnisneubau grundsätzlich nicht ablehnend gegenüber, fordert aber, dass das Bauwerk die Sichtachsen auf Schloss und Schlosskirche so wenig wie möglich beeinträchtigt.

Der Arbeitskreis sorgt sich zudem um die einzig noch erhaltene Kasematte der Festung: „Die Überbauung von historischen Festungsbauwerken, zum Beispiel dem Kugelkeller, lehnen wir kategorisch ab“, erklärt Bernd Völker in einer Stellungnahme des Arbeitskreises.

In einem Schreiben aus dem Justizministerium, das dieser Zeitung vorliegt, wird dem Arbeitskreis angeboten, sich an den Planungen zu beteiligen. In dem Brief geht das Ministerium zum Beispiel davon aus, dass nach groben Planungen, „von einem Erhalt des Kugelkellers an seinem bisherigen Standort auszugehen ist.“

Holger Meyer und Günter Ruß vom Forum Festung befürchten „eine weitere städtebauliche Verschlechterung für die historische Wasserfestung mit ihrer geschichtlichen Bedeutung bis über Hessen hinaus“. Ein Neubau für Sicherungsverwahrte sollte in ein städtebauliches Konzept mit eingebunden werden: „Es wäre nicht wünschenswert, wenn in der Festung zukünftig nicht mehr gewohnt wird.“ Aus dem Ministerium heißt es, dass „alles im Einvernehmen mit Stadt und Denkmalpflege geschehe“.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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