Kübel gefährden Verkehrssicherheit

Blumenkübel mussten weg: Gastwirt ärgert sich über Richtlinien der Stadt Melsungen

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Melsungen – Kriysztof Namiel-Richter, der Gastwirt des Melsunger Gasthauses Zur Traube, ist verärgert. Vor zwei Wochen stellte er zwei Holzbänke und drei Blumenkübel vor die Terrasse seiner Gaststätte.

Damit wollte er die Gestaltung des neuen Vorbaus am Restaurant abrunden. Doch diese musste er nach nur einem Tag wieder wegräumen. 

Die Terrasse des Gasthauses Zur Traube befindet sich in der Fußgängerzone in Richtung der Bartenwetzerbrücke. Wie der 32-jährige Gastwirt erklärt, erhielt er für das etwa 20 Quadratmeter große Podest eine Sondergenehmigung der Stadt. Nachdem er die Bänke und Blumentöpfe aufstellte, bekam der Gastwirt allerdings eine Anweisung der Stadt Melsungen, dass er die Bänke und die Blumenkübel aus Sicherheitsgründen sofort wegräumen müsse.

„Das ärgert mich“, sagt Namiel-Richter. Mit den Bänken und den Blumen wollte er der Terrasse noch einen gewissen Charme verleihen. Höchstens einen halben Meter sollen die Bänke vor dem Podest abgestanden haben, sagt er. Warum auch die Blumenkübel weggeräumt werden mussten, versteht der Gastwirt schon mal gar nicht. „Die Stadt will mehr Blühflächen, verbietet uns aber, dass wir Blumen aufstellen“, sagt Namiel-Richter.

Verweilen nun im Keller: Die Bänke und Blumenkübel musste der Gastwirt wegräumen. Foto: Privat

Von April bis September darf Richter auf der Terrasse Gäste bewirten. „In dieser Zeit sollte es doch auch schön blühen.“ Auch einige seiner Gäste hätten sich gewundert, warum die Bänke und die Blumenkübel sofort wieder verschwunden sind. So wie Jürgen Kilian und seine Frau Doris aus Guxhagen. Sie hätten sich über die liebevolle Gestaltung sehr gefreut, erzählen sie. Umso mehr echauffieren sie sich über die Vorgaben der Stadt. „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Blumenkübel jemanden gestört haben“, sagt Jürgen Kilian. Außerdem hätte der Gastwirt mit den aufgestellten Bänken den Passanten weitere Sitzmöglichkeiten geboten, sagt Doris Kilian. Denn zur ausschließlichen Bewirtung seiner Gäste seien sie nicht gedacht gewesen.

Was Namiel-Richter außerdem verwundert: Laut Stadtverwaltung seien wegen des neuen Mobiliars Beschwerden eingegangen, erklärt er. Das können sich aber weder Jürgen Kilian noch der Gastwirt selbst vorstellen. „Ich finde das einfach nur schade“, sagt Namiel-Richter. Über eine solche Haarspalterei werde er sich noch lange Zeit aufregen. Auch der Versuch, eine weitere Sondergenehmigung für das Aufstellen der Blumenkübel vor dem Podest zu bekommen, sei ins Leere gelaufen.

Kübel gefährden Verkehrssicherheit

Jennifer Bovel, stellvertretende Leiterin der Straßenverkehrsbehörde Melsungen, erklärt, dass das Aufstellen der Bänke und Blumenkübel die Verkehrssicherheit gefährden könne. Ab dem Podest müsse ein gewisser Abstand bis zum Zebrastreifen eingehalten werden. Das sei mit den Bänken und den Blumenkübeln nicht mehr der Fall gewesen. Damit der Weg zum Zebrastreifen problemlos von Radfahrern, Spaziergängern, Rollstuhlfahrern und Menschen mit Kinderwagen weiterhin genutzt werden kann, musste das Mobiliar weg.

Quelle: HNA

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