Blutarmut: Pferd aus Schwalm-Eder-Kreis in Quarantäne

Schwalm-Eder. Ein Pferd aus dem Schwalm-Eder-Kreis hat sich möglicherweise mit der Infektiösen Blutarmut, das ist eine tödlich verlaufende Viruserkrankung, angesteckt.

Das berichtet Dr. Hans-Gerhard Heil, Kreisveterinär. Das Tier steht derzeit in Kassel in Quarantäne.

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Es ist nicht auszuschließen, dass weitere Pferde betroffen sind. Jetzt wird ermittelt, mit welchen Pferden es Kontakt hatte. Im Landkreis gibt es 3100 Tiere.

Erkrankte Tiere sind bisher in Ahnatal-Weimar, in Gladenbach (Landkreis Marburg-Biedenkopf), Hüttenberg (Lahn-Dill-Kreis) und in Freiensteinau (Vogelsbergkreis) aufgefallen. Die Krankheit ist meldepflichtig. Tiere, die sich mit dem Virus infiziert haben müssen getötet werden. Für Menschen ist das Virus harmlos.

„Schlimmer geht’s nicht“, sagt Hans Knapp, Geschäftsführer des Pferdezuchtvereins Ederbergland-Werra aus Fritzlar. Die infektiösen Blutarmut ist eine der gefährlichsten Pferdekrankheiten, die aber seit Jahrzehnten nicht mehr in der Region aufgetreten ist. Der Pferdebestand der Züchter im Landkreis sei nicht gefährdet.

Illegal eingeführte Pferde würden meist an Freizeitreiter verkauft. Kostenpunkt etwa 500 bis 1000 Euro. In seriösen Zuchtbetrieben gebe es nur Tiere mit einwandfreien Papieren.

„Problematisch für uns wird es aber, weil überall im Landkreis Menschen Pferdeboxen zur Vermietung anbieten.“ Denn: Wie scharf die Pferdehalter kontrolliert werden, wisse man nicht, sagt Knapp. Um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, sei es wichtig, bei allen Veranstaltungen die Herkunft der Pferde genau zu überprüfen. Die Krankheit könne schon beim Striegeln mit derselben Bürste übertragen werden.

Ein wirtschaftlicher Schaden sei nicht zu erwarten, sagt Dr. Heil. Pferdehalter sollten aber bei ersten Symptomen einen Tierarzt verständigen.

Hintergrund

Übertragen wird die Infektiöse Blutarmut durch Mücken und Bremsen sowie durch Blut an Gegenständen wie Spritzen. Zu den Symptomen zählen Konditionsverlust, Erhöhung des Pulses bei normaler Atemfrequenz, punktförmige Blutungen unter der Zunge und Schweißausbrüche. Die Krankheit verläuft meist tödlich. Das Virus ist durch illegal importierte Pferde eines Händlers aus Rumänien nach Deutschland gelangt. Nach Aussage von Kreisveterinär Hans-Gerhard Heil verkaufte der Händler in den vergangenen zwei Jahren 70 Pferde nach Deutschland. Die Tiere stammen alle aus der Region Bihor, wo der Virus noch verbreitet ist. (ddd)

Quelle: HNA

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