Druck der Einwohner war groß

Bodenverband baut keinen Güllebehälter in Wernswig

Wernswig. Der Druck war zu groß: Der Bodenverband Schwalm-Eder wird keinen Güllebehälter in Wernswig errichten.

Der drei Millionen Liter fassende Behälter sollte am Ortsausgang in Richtung Lenderscheid entstehen. Doch dagegen haben sich die Menschen in Wernswig unter anderem mit einer Unterschriftenaktion gewehrt (wir berichteten). Sie befürchteten Gülletourismus in ihrem Dorf, Geruchsbelästigungen, gesundheitliche Gefahren und auch einen Wertverlust ihrer Immobilien.

Gegen diese Befürchtungen kam auch ein Expertenteam des Bodenverbandes, bestehend aus Geschäftsführern, Vertretern aus der Landwirtschaft und der Stadtwerke in Kassel nicht an. Sie betonten bei einem Ortstermin am Freitag, dass es nahezu keine Geruchsbelästigung und auch keine gesundheitlichen Gefahren gebe. Zudem sei sogar eher mit weniger Verkehr zu rechnen, da die Landwirte durch die Nutzung eines Güllebehälters in Wernswig effektiver arbeiten könnten.

Dieser Argumentation wollten die Zuhörer jedoch keinen Glauben schenken. Auch Hombergs Bürgermeister Martin Wagner versuchte zu vermitteln und setzte sich für den Standort ein.

Doch die Informationen und fachkundigen Aussagen kamen zu spät. In Wernswig hatten sich die Menschen bereits ihre Meinung gebildet. Ihre Sorge und ihr Unmut waren zu groß. Dagegen wollte sich - nach einer Führung über das Gelände der Biogasanlage und anschließender knapp zweistündiger Diskussion mit über 150 Zuhörern - auch der Bodenverband nicht stellen.

„Wir werden den Güllebehälter nicht bauen, wenn so viele Menschen in Wernswig dagegen sind“, sagte der Geschäftsführer des Maschinenrings, Wolfgang Koch. Dafür gab es viel Applaus. (may)

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare