Arnold Classics

Matthias Botthof ist erfolgreichster Bodybuilder der Region

Farbe statt Sonne: Matthias Botthof in Wettkampf-Form bei den Arnold Classics. Fotos: privat

Gudensberg. Könnten Sie sich vorstellen, ein paar hundert Gramm Nudeln und zwei Kilogramm Fleisch zu essen? Matthias Botthof muss das. Sein gewaltiger Körper setzt mindestens 6000 Kilokalorien um - täglich.

Der 39-jährige Gudensberger misst 1,87 Meter und wiegt 140 Kilogramm, bei Wettbewerben 120 Kilogramm. Botthof ist der mit Abstand erfolgreichste Bodybuilder der Region. In der Szene ist er seit diesem Jahr endgültig weltweit populär. Er stand bei der wohl wichtigsten Veranstaltung für einen Bodybuilder mit den besten der Welt auf der Bühne. „Mit war aber klar, dass ich bei den Arnold Classics nichts zu melden habe“, sagt Botthof, dem die Sportschule in Gudensberg gehört.

Botthof ist ganz oben

Eine erstaunliche Einschätzung aus dem Mund eines der besten Bodybuilder Deutschlands. Aber er sollte Recht behalten: Bei der Profiveranstaltung wurde er 15 von 16. Dennoch ein Riesenerfolg für Botthof, der loszog und nun einer der besten Bodybuilder der Welt ist.

Um bei den Arnold Classics teilzunehmen, wird man eingeladen, seine Teilnahme erkämpfte sich Botthof mit dem Gewinn der Arnold-Classics-Amateure, ebenfalls eine der prestigeträchtigsten Veranstaltungen. Für den Sieg bekam er eine Wildcard (Einladung) von Arnold Schwarzenegger persönlich. „Das war eine einmalige Gelegenheit. Ich bin sehr froh, sie überhaupt bekommen zu haben.“ Botthof hat seinen Körper jahrelang geschunden, um dort oben zu stehen.

Gerade noch rechtzeitig hat er es an die Weltspitze geschafft. Denn sein Stern beginnt unterzugehen: „Mit 40 Jahren ist im Profisport eigentlich Schluss“, sagt er und blickt nachdenklich. Häufig schaffte er es zuletzt nur mit Schmerzmitteln, das harte Training fortzusetzen. Sein Körper sei am Limit.

Aber trotz der Familienplanung mit seiner Frau Regiane da Silva, selbst eine überaus erfolgreiche Athletin, scheint ihm der Abschied schwer zu fallen. Denn die Muskeln schmelzen. Kaum vorstellbar, aber Botthof steht mit seinem imposant konstruierten Körper vor dem Spiegel und zweifelt. Zweifelt an der Menge seiner Muskeln und seiner Außenwirkung. „Ich habe 100 Kilogramm Muskeln und fühle mich zu dünn.“

Er gibt zu, so manches gesundheitliches Risiko eingegangen zu sein, aber seinen Körper ruinieren wolle er nicht. Seinen Körperwahn vergleicht er mit einer Essstörung - manchmal sehe er die Realität vor Muskeln nicht. Aber ein Weilchen solle es noch weitergehen. Seit den Arnold Classics hat er eine Proficard. Ein Türöffner für Wettkämpfe in den USA. Denn Profiveranstaltungen sind rar in Europa.

„Höchstens ein Jahr noch auf diesem Niveau“, sagt er: In den vergangenen Jahren habe alles unter dem Sport gelitten. Er sei froh, eine so tolle Frau zu haben und freue sich trotz der vielen Reisen endlich mal wieder mit ihr Urlaub zu machen. „Eins habe ich gelernt, ich bin nicht unkaputtbar. Lange Zeit dachte ich das von mir.“

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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