Ein Weg wird nach dem Schulleiter, Kantor und Heimatchronisten benannt

Böddiger ehrt Hans Eichel

Gruppenbild aus dem Jahr 1947: Die erste bis vierte Klasse der Grundschule Böddiger mit Hauptlehrer Hans Eichel. 1947 wurden 115 Kinder in zwei Räumen unterrichtet. 1955 waren es wegen des Wegzuges vieler Heimatvertriebener nur noch 53 Kinder in einem Raum. Foto:  privat

Felsberg. Der frühere Schulleiter von Böddiger, Hans Eichel, wäre am 6. Januar dieses Jahres 100 Jahre alt geworden. Am Samstag, 5. Juli, wird in der Nähe der ehemaligen Dorfschule ein Weg nach ihm benannt.

Das Dorf ehrt damit seinen früheren Hauptlehrer, Kantor, Chorleiter und Heimatchronisten: Der namenlose Weg zwischen dem Ginsterweg um den Schwalbengraben wird künftig Hans-Eichel-Weg heißen. Aus diesem Anlass lädt der Ortsbeirat des 600-Einwohner-Dorfes für Samstag, 5. Juli, ab 14 Uhr zu einem Fest ein. Gefeiert wird im und am Haus der Familie, der ehemaligen Dorfschule, die 1972 geschlossen wurde.

Hans Eichel war ein Multitalent. Über seinen Beruf hinaus hat er sich auf vielen Ebenen engagiert. Der Ehrenbrief des Landes Hessen ist eine von vielen Auszeichnungen. „Hans Eichel war ein Glücksfall für die Böddiger Geschichtsschreibung“, sagt Ortsvorsteher Michael Rimbach. 24 akribisch geführte Alben dokumentieren die Dorfgeschichte.

Chronist und Reporter

„Allgegenwärtig engagierte sich Hans Eichel über seinen Beruf als Lehrer und Schulleiter der Böddiger Schule hinaus als Chorleiter des Gesangvereins, Organist, als Autor und Chronist der Böddiger Dorfgeschichte, als Maler, Fotograf und Lektor sowie als Kolumnist wöchentlicher Gärtnertipps im lokalen Wochenblatt und als freier Mitarbeiter der HNA.” So hat der Ortsbeirat Eichels Engagement auf einer Informationstafel zusammengefasst, die an dem Wegeschild angebracht wird.

Machte Böddiger bekannt

Eichel habe Böddiger repräsentiert und durch sein Engagement bekannt gemacht, sagt Friedel Regenbogen, Mitarbeiterin der Archive Böddiger und Felsberg. Ein Bürger aus Böddiger hatte beim Ortsbeirat beantragt, den Weg nach Eichel zu benennen, den er vom Wohnhaus zur Schule täglich gegangen ist. „Wir haben die Idee gern aufgenommen“, sagt Ortsvorsteher Rimbach. Der Magistrat der Stadt Felsberg habe zugestimmt. Eichel „ist das klassische Bild eines Lehrers, der im Dorf beliebt und aktiv war und sich als moralische Instanz verstanden hat“, sagte Rimbach.

Hans Eichel hat auch einen Namen als Hobby-Kunstmaler. „Die Liebe zum Malen hatte er von seinem Großvater, der Malermeister in Barchfeld war”, erzählt Sohn Jürgen Eichel (69). Er hat dem Ortsbeirat ein Ölgemälde zur Verfügung gestellt, das beim Dorffest versteigert wird. Der Erlös kommt dem Dorfarchiv zugute. Das zeigt im Haus der Familie Fotos und Gemälde von Eichel. • Samstag, 5. Juli, 14 Uhr, Fest in der ehemaligen Dorfschule

von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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