Hells-Angel-Aussteiger schreibt über seinen Aufenthalt am Silbersee

Gewaltättäter suchte Schutz am Silbersee: Der ehemalige Hells Angel „Bad Boy Uli“ beschreibt in seinem Buch Höllenritt wie die Polizei ihn im Frielendorfer Ferienwohnpark versteckte. Seine Bundeswehrzeit verbrachte er in der Treysaer Kaserne. Fotos: Archiv

Schwalm - In seinem Bestseller beschreibt Hells-Angel-Aussteiger Ulrich Detrois seinen Aufenthalt am Silbersee

Er gilt als vogelfrei und muss mit Morddrohungen leben. Sein Höllenritt streifte auch das Schwälmer Land: Im Ferienwohnpark Silbersee in Frielendorf beschützte ihn die Polizei, in der Treysaer Kaserne verbrachte er seine Bundeswehrzeit. Das beschreibt Ulrich Detrois alias „Bad Boy Uli“ in seiner Autobiografie „Höllenritt“.

Detrois erzählt darin seine Geschichte als Hells-Angels-Mitglied Bad Boy Uli, seinen Aufstieg in der Rockerbande, aber auch seinen Ausstieg aus diesem kriminellen Milieu. Neun Jahre lang gehörte Detrois der Rockerbande an, brachte es bis zum Vizepräsidenten der Kasseler Hells-Angel-Gruppe - bis er aus dem Club herausgeworfen wurde und gegenüber der Polizei auspackte.

„Der erste Blick auf die Ferienhütte war ernüchternd.“

Detrois beschreibt in seinen Besuch detailliert sein Zeugenschutzprogramm. In diesem Zusammenhang sollen er und seine Schwester im Ferienwohnpark am Silbersee in Frielendorf untergebracht worden sein. Dem Ferienparkbetreiber sei erzählt worden, dass dort gemeinsam ein Familienfest gefeiert werden sollte. „Der erste Blick auf die Ferienhütte war ernüchternd“, schreibt Detrois: ein Häuschen mit Wohnzimmer, aber immerhin mit Kamin, Couch, Sesseln und Fernseher. Während in ganz Deutschland von der Polizei in Clubhäusern und Wohnungen Waffen, Munition und Drogen sichergestellt wurden, spazierte „Bad Boy Uli“ um den Silbersee: Im Ferienhaus und in der Umgebung habe er sich vollkommen frei bewegen können, „wir hatten keinerlei Schutz.“ Lediglich zur Vorsicht sei von den Personenschützern geraten worden.

Der Aufenthalt am Silbersee war für Detrois nicht der erste Besuch in der Region: Seine Wehrdienstzeit in Treysa sei geprägt gewesen von Strafdiensten, schreibt er: „Meine neue Arbeitsstätte war das Raketenartillerie-Bataillon in Treysa, wo ich für die Raketen zuständig war. Damals hasste ich das wie die Pest.“ Während seiner Grundausbildung kam er nur zweimal nach Hause. Strafdienste gab es unter anderem für Grillen in der Soldatenstube mit anschließendem Feuerwehreinsatz, im Acker verbuddelte Gewehre, ein beschmiertes Denkmal im Kasernenhof.

Das Buch „Höllenritt“ des Hells-Angels-Aussteiger Ulrich Detrois behauptete sich im vergangenen halben Jahr wochenlang auf den ersten Plätzen der Spiegel-Bestsellerliste.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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