Gemeinden rüsten sich gegen Hochwasser: Wabern hat 2000 Sandsäcke vorrätig

Das ist nicht die Mecklenburgische Seenplatte, sondern der Schwalm-Eder-Kreis: Am vorigen Wochenende glitt der Blick von Harle auf den Heiligenberg bei Gensungen und den Steinbruch bei Rhünda über (Hoch-)Wassermassen. Archivfoto:  Zerhau

Schwalm-Eder. Die Feuerwehren in der Region bereiten sich auf ein nasses Wochenende vor: Das Regenrückhaltebecken in Schwalmstadt ist zu mehr als 90 Prozent gefüllt, aus dem bis oben hin gefüllten Edertalsperre wird zudem Wasser abgelassen.

Das wird in die Bäche und Flüsse fließen, die wohl auch in unserer Gegend über die Ufer treten werden. Dennoch erwarten die Fachleute kein dramatisches Hochwasser. Kreisbrandinspektor Werner Bähr zeigte sich am Donnerstagmittag entspannt. „Für die Eder ist die niedrigste Warnstufe angezeigt“, sagte der Felsberger. „Es gibt keinerlei Anhaltspunkte, dass mit einer großen Flut zu rechnen ist.“ Für die kommenden Tage sei zwar weiterer Regen vorhergesagt worden, doch das bedeute nicht, dass es an diesem Wochenende zu ähnlichen Hochwasserständen wie an dem vorigen komme. Bähr beurteilt die Lage als entspannt. „Wenn es jetzt nicht tagelang wie aus Eimern schüttet, bleibt alles im grünen Bereich.“

Ganz so gelassen sieht das er Gemeindebrandinspektor aus Wabern nicht. Claus Steinmetz hat vorsichtshalber schon 2000 Sandsäcke aus dem ehemaligen Munitionslager des Bundeswehrstandortes im Schwalmstädter Stadtteil Rörshain organisiert. Dort lagern 30.000 Leinensäcke, die die Feuerwehren im Notfall mit Sand befüllen und als Bollwerk gegen die Fluten einsetzen können. 200 Sandsäcke hatte die Feuerwehr in der Rübengemeinde bereits vorrätig, nun kann sie im Notfall auf 2000 weitere zurückgreifen können.

Viele Gebäude betroffen

„Jetzt sind wir gerüstet und ich blicke dem kommenden Wochenende wesentlich gelassener entgegen“, sagte Steinmetz am Donnerstag. Das Brückenhaus in Uttershausen steht dicht an der Schwalm, die Harler Mühle ebenso. Auch in Niedermöllrich seien die Leute nach den Hochwasser-Erfahrungen nervös. Und natürlich seien auch viele Gebäude an den Ortsrandlagen betroffen, wie die Sportlerheime in Harle oder Hebel. Das Thema Hochwasser beschäftige die Gemeinde mittlerweile sehr. Denn es gehe ja nicht nur um die winterliche Schneeschmelze, sondern auch um starke Regenfälle, die binnen kurzer Zeit niedergehen. „Man kann das Thema Hochwasser längst nicht mehr nur auf bestimmte Monate festlegen“, sagt Claus Steinmetz.

Quelle: HNA

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