Bolzplatz Grifte muss neuem  Kindergarten weichen

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Der Protest der Bürgerinitiative nutzte nichts: Auf dem Bolzplatz in Grifte entsteht der neue Kindergarten Pusteblume.

Edermünde. Der neue Kindergarten in Grifte wird auf dem alten Bolz- und Festplatz gebaut. Das beschlossen die Edermünder Gemeindevertreter am Freitag nach langer Diskussion.

Dutzende Einwohner, die mit einer Unterschriftensammlung den Treffpunkt am Baunatalweg/Kastanienweg erhalten wollten, verließen gleich nach der Abstimmung missmutig den Saal. Der Platz sei fester Bestandteil der Dorfgemeinschaft gewesen, hatte die Bürgerinitiative argumentiert.

Doch dort rollen demnächst die Bagger an. Die Gemeindevertreter hatten sich den Beschluss nicht leicht gemacht, sie diskutierten heftig die Vor- und Nachteile der vier möglichen Standorte. „Wir suchen die beste Lösung für einen guten Kindergartenbetrieb: Das ist der Ansatz “, sagte Bürgermeister Thomas Petrich bei der detailreichen Vorstellung der Standorte.

Während sich CDU und Teile der FWG für einen Neubau an der Besser Straße in Haldorf (3,85 Mio.) oder für einen Neubau am „Langen Gewende“ in Grifte (3,98 Mio. Euro) aussprachen, favorisierte die SPD klar die Variante Bolz- und Festplatz (3,59 Mio.). Gar keine Zustimmung fand die Idee, für 5,1 Mio. Euro eine Kombi aus Sanierung und Neubau am Hohen Weg anzugehen. Die sei zu teuer, zu unrentabel, zu unsicher, waren alle Fraktionen überzeugt.

. Doch damit war die große Einigkeit auch schon am Ende. Die „komplexe Dimension des Projektes“ (Thomas Petrich) – ursprünglich war man sogar von elf Standorten ausgegangen und hatte deren Zahl dann auf vier eingedampft – bot viel Zündstoff in der Debatte um den besten Standort. Das Thema war so heiß, dass weder der Bau- noch der Haupt- und Finanzausschuss eine Beschlussempfehlung geben wollten.

Die CDU lege vier Kriterien für die Entscheidung an, sagte Ruth Pfannstiel: Ein Grundstück, das Potenzial biete, Inklusion ermögliche und wenig Konfliktstoff mit Nachbarschaft und Verkehrssituation beinhalte. Damit bleibe für die CDU nur der Neubau an der Besser Straße, auch wenn der wegen der Erschließungskosten (Kanal- und Straßenbau) 265000 Euro teurer sei als der Standort Festplatz.

Markus Opitz (FWG) sprach sich für den Erhalt des Bolzplatzes aus. Seine Fraktion könne sowohl dem Standort Besser Straße als auch dem am „Langen Gewende“ viele Vorteile abgewinnen. Sein Fraktionskollege Uwe Bauchplädierte für letztere Adresse.

Die wäre auch für die Grünen vorstellbar gewesen, Jörg Klinkenberg setzte sich für den Erhalt des Bolzplatzes ein: Dort zu bauen sei die schlechteste aller Lösungen, Grifte verliere damit eine Spielfläche, die woanders wieder gebaut werden müsste. Ebenso klar der Standpunkt der SPD: Beim Standort Bolzplatz stimmten alle Parameter, sagte Helmut Meißner. Natürlich gehe eine „lieb gewonnene Fläche verloren“, doch vertrete die Bürgerinitiative ja nicht alle Einwohner, sondern nur einen Teil. Es gebe schließlich mit dem Sportplatz eine gute Alternative zum Bolzplatz, ergänzte Günter Rudolph und erntete einen Buhruf.

Der änderte aber nichts am Abstimmungsergebnis. Mit 15 Ja-Stimmen (SPD), zehn Mal Nein von CDU/FWG/Grünen und zwei Enthaltungen wird der Kindergarten am Bolzplatz errichtet. Im Januar wird der Wettbewerb ausgeschrieben, im Sommer soll die Auftragsvergabe erfolgen.

Quelle: HNA

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